Andreas Syska
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Lean ProductionKey NotesProduktivitätBeratungTraining

Die Faszination für Produktion begleitet mich mein gesamtes Berufsleben. Nach Maschinenbaustudium und Promotion an der RWTH Aachen war ich bei der Robert Bosch GmbH tätig, zuletzt als Produktionsleiter. Als Professor für Produktionsmanagement an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach habe ich meinen Studenten ein größtmögliches Stück dieser Faszination weitergegeben und helfe Industrieunternehmen besser zu werden. 

Aktivitäten

  1. Andreas Syska
    Andreas Syska hat einen Beitrag geschrieben, am 19. August 2026 um 08:00 Uhr
    Wirtschaftsverbände touren durchs Land und ihre Songs stürmen die Charts. Hits wie "überbordende Bürokratie", "zu hohe Energiekosten" und "Fachkräftemangel" laufen dort rauf und runter.
    Melodien in Moll mit dem immergleichen Sound und dem immergleichen Adressaten: nicht etwa das breite Publikum ist gemeint, sondern der Staat. Er soll den Unternehmen den Papierkram vom Hals halten, ordentliche Heizkostenzuschüsse überweisen und ihnen die fehlenden Fachkräfte bereitstellen.
    Und zwar gefälligst und sofort. Den Ruf nach Strukturreformen würde ich ja noch verstehen, wobei mir da Bildung und Digitalisierung sofort einfallen. Stattdessen fordert man Subventionen für das Prinzip „Weiter so“.
    Wegen der Krise – Sie wissen schon.
    Aber eigentlich ist es doch nie ideal: Mal gibt es zu viel von dem einen, mal zu wenig von dem anderen.
    Krise ist halt immer.
    Macher lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie sehen die Herausforderung und gehen sie an. Auf Hilfe von außen warten eher diejenigen, die an veralteten Geschäftsmodellen, Produkten und Prozessen kleben.
    Wirtschaften heißt, „die zur Verfügung stehenden Mittel möglichst rationell zu verwenden“ und nicht „die fehlenden Mittel möglichst emotional einzufordern“. Macher wissen dies.
    Mir scheint, dass diese Macher aber abgetaucht sind und die Bühne den Interpreten des organisierten Gejammers überlassen. Das ist nicht gut: denn so entsteht der falsche Eindruck, der ganzen Wirtschaft ginge es schlecht – und der Industrie sowieso.
    Krisen sind Prüfsteine. Sie zeigen, wer den Mut hat, neue Wege zu gehen.
    In der Krise hat der Macher Konjunktur.
    Machen heißt: Prozesse straffen, digitalisieren, ausbilden und Energie sparen, also innovativ sein.
    Sind vielleicht diejenigen, die heute am lautesten klagen, genau diejenigen, die in der Vergangenheit am wenigsten innovativ waren? Nur so ein Gedanke.

    Und was ist jetzt mit dem Staat? Er soll den Rahmen für Neues schaffen, aber ansonsten nicht im Weg stehen. Was er aber schon gar nicht soll, ist Zustände künstlich zu beatmen, deren Zeit abgelaufen ist.

    Liebe Macher, wo seid Ihr? Eure Songs würde ich ja viel lieber hören. Die Bühne ist bereitet. Also zeigt Euch.
  2. Andreas Syska
    Andreas Syska hat einen Beitrag geschrieben, am 17. August 2026 um 08:00 Uhr
    Die Krisen-Erklärungen der deutschen Industrie greifen zu kurz. Während Produktivitätslücken Milliarden verschlingen, wartet man lieber auf geopolitische Wunder. Doch der Hebel für den Weg aus der Krise liegt in der eigenen Hand. Ihn zu bedienen ist längst überfällig.

    Die deutsche Industrie erklärt ihre derzeitigen Wettbewerbsprobleme gern mit äußeren Umständen: hohe Energiekosten, transatlantische Handelsbarrieren und Konkurrenz aus China. Das ist zwar nicht falsch, lenkt aber ab.

    Mögen diese Umstände im Einzelfall auch gravierend sein – sie taugen nicht als Erklärung. So liegt der Energiekostenanteil der gesamten Industrie im einstelligen Bereich; und in die zollbewehrten USA geht nur ein Zehntel der deutschen Industrieexporte. Wie kann dies die Krise einer ganzen Industrie erklären?

    Aber China! Nun, dessen Stärke ist das Ergebnis jahrzehntelangen Abflusses von Know-how. In der Absicht, ihre Kosten zu reduzieren, hat sich die Industrie ihren härtesten Wettbewerber selbst aufgebaut. Ein ökonomisches Eigentor mit langem Anlauf, möchte man sagen, was aber jetzt auch niemandem weiterhilft.

    Ja, es ist schon recht bequem, für die eigenen Probleme die Geopolitik verantwortlich zu machen. Mit dieser Einstellung ist die Aufforderung an die heimische Politik, in Washington, Peking oder sonst wo die Dinge zu regeln, zwar folgerichtig, hat aber den Haken, dass sich dort niemand für deutsche Befindlichkeiten zuständig fühlt.

    Zeit für einen Blick auf die Dinge, die wirklich beeinflussbar sind, wie die eigene Produktivität. Wirtschaftsforscher attestieren der Industrie zu Recht, hier seit Jahren untätig zu sein, während die Experten vom Shop Floor die Produktivitätslücke auf rund 30 % beziffern. Das ist der Anteil der Kosten für Personal und Maschinen, hinter denen keine Erträge stehen. Und das nicht etwa im erschütternden Einzelfall, sondern über die gesamte Industrie.

    Angesichts dieser Größenordnung und des Umstands, dass in der Beseitigung ihrer eigenen Ineffizienz der eigentliche Hebel für mehr Wettbewerbsfähigkeit steckt, wirkt die Industrie bemerkenswert desinteressiert.

    Sie entwickelt noch immer hervorragende Produkte und Produktionstechnologien. Aber sie muss nun endlich lernen, in ihren Fabriken den Fluss an Material und Information besser zu organisieren.

    Das hätte nicht nur den Charme, dass sie das selbst machen kann, sondern ist allemal aussichtsreicher als das Warten auf ein geopolitisches Wunder.

    Die deutsche Industrie besitzt die Werkzeuge, um ihre Produktivitätslücke zu schließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Jetzt gilt es, die Organisation in den Fabriken neu zu denken und den Fokus zu schärfen. Der Weg aus der Krise liegt in der Hand derer, die anpacken statt auf politische Lösungen zu hoffen.

    Wer hierbei eine Perspektive von außen zu schätzen weiß, findet hilfreiche Impulse.
  3. Andreas Syska
    Andreas Syska hat einen Artikel auf LeanPublishing kommentiert, am 14. Oktober 2024 um 16:57 Uhr
    neuere Kommentare
    Andreas Syska
    Andreas Syska, am 14. Oktober 2024 um 16:57 Uhr
    Man ist derzeit offensichtlich damit beschäftigt, die aktuelle Krise zu bewältigen, die auch dadurch entstanden ist, dass man in den neunziger und Nullerjahren vor lauter Abarbeitung der Auftragsberge angeblich keine Zeit hatte, weit nach vorne zu schauen, so dass man heute dafür erst recht keine Zeit hat.
    Kann das wirklich sein?
  4. Andreas Syska
    Andreas Syska hat einen Artikel auf LeanPublishing kommentiert, am 01. Juni 2024 um 14:44 Uhr
    neuere Kommentare
    Andreas Syska
    Andreas Syska, am 01. Juni 2024 um 14:44 Uhr
    Das Institut der Deutschen Wirtschaft, dessen Direktor Herr Hüther ist erklärt in diesem Zusammenhang, dass es kein Potential für Produktivitätssteigerungen mehr gibt, weil die Steigerung der Produktivität seit Jahren rückläufig ist. Das ist die volkswirtschaftlich-theoretisch-empirische Sicht der Dinge. Wer aber Betriebe aufsucht und Augen zum Sehen hat weiß, daß dies nicht stimmt.
    Ralf Volkmer
    Ralf Volkmer, am 01. Juni 2024 um 14:56 Uhr
    Ich hätte noch eine Idee. #Homeoffice wird auf 30 Minuten pro Woche begrenzt.

Kontakt & Informationen

Aktuell forsche ich auf dem Gebiet „Produktion der Zukunft“ und entwerfe ebenso radikale, wie optimistische Szenarien für ein zukünftiges Wirtschaftssystem - nicht ohne kritischen Blick auf die Gegenwart.

Illusion 4.0 - Deutschlands naiver Traum von der smarten Fabrik

Statt das Bestehende zu beschleunigen, sollte das wirkliche Potential der Digitalisierung erschlossen werden.   

Der Produzent der Zukunft produziert nicht selber, sondern befähigt Dritte dies zu tun.  Die Produktion wird die Fabriken verlassen und in dezentralen Einheiten stattfinden. Diese befinden sich im Handel, im Handwerk und in Privathaushalten. Diese Einheiten bilden nach Bedarf temporäre Netzwerke, die sich permanent neu anordnen. 

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Lean ist bei ebm‑papst Mulfingen GmbH & Co. KGaA & Co. KG kein Sprint, sondern eine Reise!