Warum es falsch ist 5S einzuführen, damit die Mitarbeiter keine Such- und Leerlaufzeiten haben

Warum es falsch ist 5S einzuführen, damit die Mitarbeiter keine Such- und Leerlaufzeiten haben

Jeder kennt 5S. Oft wird es als Einstiegstool angepriesen. Ob im Büro oder Werkshalle, es geht scheinbar darum, Dingen einen festen Platz zuzuweisen und mit Namensschildchen zu bekleben.

#leanmagazin
am 10. 06. 2021 um 04:30 Uhr in LeanMagazin von Mari Furukawa-Caspary


Verkauft wird die Aktion von Beratern häufig mit dem Argument, dass damit die Ordnung und Sauberkeit die Produktivität erhöht werden könnte, weil die Such- und Leerlaufzeiten reduziert werden könnten. Mitarbeiter würden produktiver. Viele Unternehmen kaufen sich einen 5S-Workshop ein, machen wunderbare Vorher- und Nachher-Fotos für die interne Mitarbeiterzeitschrift und für Kunden, denen man nun erzählen kann, dass man mit Lean und Kaizen angefangen habe.

Aber dann - gibt es sehr viele Unternehmen, die nach einem ersten 5S-Workshop ernüchtert feststellen, dass diese einmalige Veranstaltung keinesfalls die Produktivität gesteigert hat.

Denn nach einem solchen 5S-Workshop muss man doch die Ordnung aufrechterhalten. Und diese Aufrechterhaltung der Ordnung wird oft zu einer aufwändigen Angelegenheit. In manchen Unternehmen muss regelmäßig ein Kontrolltrupp mit einer Liste durch die Gegend geschickt werden, um die Kollegen zur Ordnung zu mahnen. Im hektischen Alltag geht diese vermeintliche Ordnung immer wieder unter. Zumal das penible Einhalten von Stellplätzen auch unsinnig sei kann, wenn es im Alltag anders besser funktioniert - oder etwa nicht? Wozu sich sklavisch an solche Formalismen halten? Das ist doch Muda!

Stimmt.

In den meisten Fällen wird das Motiv, was man mit 5S überhaupt will, völlig verkannt.

Wer schon einmal 5S gemacht hat und das Gefühl nicht los wurde, dass es nur dann gemacht wird, wenn man es permanent streng von außen kontrolliert, dann ist das ein Zeichen, dass das wichtigste dabei vergessen wurde: 5S im Kopf zu machen, bevor man die Dinge zu sortieren beginnt.

Im Monozukuri ist 5S tatsächlich ein wichtiger Startpunkt.

Aber 5S funktioniert nur dann sinnvoll, wenn jeder einzelne mit 5S in seinem Kopf beginnt.

Artefakte, das Zeug, sind nur gestaltgewordene Gedanken.

Warum man mit 5S im Kopf beginnen muss, wenn man mit Lean anfangen will, und vor allem, was man im Kopf in Ordnung bringen muss – wenn die Dinge den Gedanken folgen sollen, das werde ich in dieser ersten Stunde erklären.

Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte ist bei der LeanDigitalConferece "Talk about Lean AGAIN mit Mari Furukawa-Caspary" am 16. Juli 2021 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr richtig. Zudem möchten wir noch auf die erste DigitalConference mit Mari Furukawa-Caspary hinweisen - dort wurden folgende Themen benadelt:

  • Warum man aufhören muss, Verschwendung zu eliminieren, wenn man Lean werden will.
  • Warum es falsch ist, Kaizen mit kontinuierlicher Verbesserung zu übersetzen.
  • Versteht jemand "Autonomation"? Ich nicht. Worum es bei Jidoka wirklich geht.
  • Standards sind nicht dazu da, um die Effizienz eines Unternehmens zu erhöhen.

Weitere Informationen über dei Impulsgeberin sind hier zu finden.


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