Henri Fayol

Henri Fayol (1841-1925) gilt als Begründer der Managementlehre und hat mit seinen vierzehn Managementprinzipien bereits 1916 – fünf Jahre nach Frederick Winslow Taylor, dem Begründer des Scientific Management – maßgeblich zur Entwicklung des modernen Managements beigetragen. Er beschrieb die universellen und für ihn in allen Organisationen vorkommenden Funktionsgruppen, die wir heute dem Management zuordnen, folgende Funktionen zu: Vorschau und Planung (prévoir), Organisation (organiser), Leitung (commander), Koordination (coordonner), Kontrolle (contrôler).

Fayol übernimmt die von Taylor proklamierte Arbeitsteilung in seinem ersten Prinzip: Arbeitsteilung bedeutet Produktivitätssteigerung und führt zu Spezialisierung der Funktionen und Trennung der Gewalten. Es gibt Grenzen der Arbeitsteilung.

Seine 14 Managementprinzipien gehen über die Arbeitsteilung von Taylor und die ihm zugeordnete Trennung von Denken und Handeln hinaus, indem er auf die Verantwortung der Führungskraft für sein Unternehmen und seine Mitarbeiter hervorhebt:

  • Autorität ist das Recht Befehle zu äußern, doch die Führungskraft hat die Autorität verantwortungsvoll einzusetzen (Prinzip 2).
  • Disziplin für den Mitarbeiter bedeutet Befehle zu befolgen, jedoch sollte das Management verantwortungsvoll gute Führung aufzeigen (Prinzip 3).

Zum Thema direkte Kommunikation schrieb er folgendes: „Die Anwendung des direkten Verbindungsweges geht einfach, schnell und sicher vor sich; denn dadurch ist es den beiden Angestellten F und P möglich, in einer Sitzung oder in einigen Stunden Fragen zu behandeln, die auf dem Wege über die Rangstufen zwanzig Übertragungen, die Inanspruchnahme vieler Menschen, eine enorme Schreibarbeit und den Zeitaufwand von Wochen oder Monaten erforderlich machen würden, um zu einer Lösung zu gelangen, die im allgemeinen weniger gut ist, als diejenige, die dadurch erreicht wird, dass man F und P direkt miteinander in Verbindung setzt.“ (Fayol, 1929)

Quelle: in Anlehnung an: (Fayol, 1929)


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