
Digitale Führung – „nur“ ein Einschub!
Das ist also übrig geblieben nach all den Monaten…
Unmengen von spezialisierten IT’lern, Serviceleuten für die Produktionsmaschinen, Handwerkern für die Kupfer- und Glasfaser-Verkabelungen machten sich gleichzeitig an die Arbeit.
Zurück blieben neue Kästen mit blinkenden Lichtern, eine Menge Staub, Kabelreste und Chaos.
Der durchdringende Schlachtruf war ‚als digitales Wesen wird die Firma genesen‘, wobei böse Zungen bissig antworteten ‚ein Meer von Daten lässt uns bequemer absaufen‘.
Die sonst ruhige Ecke der Buchhaltung war auch nicht ungeschoren davon gekommen: neue, noch größere Bildschirme, neue Templates, Benutzeroberflächen und Anmeldeprozeduren. Rein optisch war die ganze Firma nun auf der Höhe der Zeit und, wie der Chef immer sagte, ‚an der vordersten Front der neuen Technologien‘. Stichwort waren nicht Industrie 4.0 (das ist auf der Notenskala nur ein ‚ausreichend‘), sondern das Internet-of-Things und totale Digitalisierung. So verwandelten sich die Mitarbeiter in verlängerte Datenpakete, Datenbus-Lenker. Außer da, wo es noch galt mit Firmen der Dritten (technologischen) Welt zu kommunizieren, musste das, was der Drucker zwangsläufig so noch ausspuckte einer Kuvertierung und Frankierung harren. Freilich, einige Firmen hatten schon Fax-Geräte.
Ein Summen und Leuchten all überall, an fast jeder Ecke beugten sich farbenfrohe Kabel, hingen bündelweise winzige Stecker, Kupferleitungen schmiegten sich verkrampft in die Kabelschächte. Alles war magisch verknüpft. Ein sinnraubendes Netz, in dem sich real-time Reaktionen und Gegenreaktionen gegenseitig im Weg standen. Sie preschten so unmoduliert in einen digitalen Stau. Adam Smith’s ‚invisible hand‘ war überall am Werk und keiner merkte es.
Wo waren denn nun die Probleme geblieben, die das Management zu lösen hatte? Wofür wurden sie denn jetzt noch, in den höchsten Gehaltsstufen warm eingepackt, bezahlt? Programmierte Abläufe wuchsen aus den ‚Bildschirmen‘ der Scrum gesteuerten Entwicklungsabteilungen, die manch-mal noch auf ‚old school‘ Fuzzy-Logik zurückgriffen. So konnten sie mit Agilität der sonst vorherrschenden organisatorischen Komplexität Einhalt gebieten.
Die Führungsaufgabe wurde so zu einer zusammengeschalteten Steuerung höchster Entscheidungsqualität aller subordinierten Prozesse. Alles digital! Die Präsenz einer Führungskraft konnte nun auf Kaffeetrinken, Lächeln und irrelevanten small-talk eingedampft werden. Und wenn die Führungs-DVD 1 nicht den entsprechenden Umsatz bringt, nimmt man halt DVD 2.
‚Schieben Sie mal meine Führungs-DVD rein, ich bin nachher weg zum Golfen. Und wenn Sie die nicht finden, nehmen Sie die von Karl-Heinz, wir spielen ja zusammen.‘
Das war die neueste Masche ihres Chefs, dachte Yvonne so bei sich, ‚aber dazu brauchte er doch nicht mich, das könnte er doch auch selbst!‘ dachte sie nicht lautlos und schauderte.
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