Was der Tod uns lehrt

Was der Tod uns lehrt

Georgiy Michailov trifft Johanna Klug
Über Sterbebegleitung, den Umgang mit dem Tod und fallende Masken im Sterbeprozess

05. Februar 2026 um 10:22 Uhr von Georgiy Michailov


„Nur weil wir leben, heißt das nicht, dass wir auch lebendig sind.“

Viele Menschen verdrängen die Endlichkeit des Lebens. Dabei ist sie unser stärkster Antrieb. Aber was bleibt wirklich am Ende? Warum sprechen wir über alles – nur nicht über den Tod? Für Sterbebegleiterin Johanna Klug ist der Tod kein Gegenpol zum Leben, sondern ein Verstärker. Sie begleitet seit ihrem 16. Lebensjahr Sterbende auf Palliativstationen und in Hospizen. Und sie weiß: Wer Endlichkeit als Teil des Lebens betrachtet, der begegnet dem Leben auf eine neue, tiefere Weise.

„Der Tod ist kein Gegensatz zum Leben – er ist ein Teil davon.“

In diesem SMP LeaderTalk mit Georgiy Michailov erzählt sie, was diese Arbeit mit ihr gemacht hat, warum der Tod für sie zum Leben dazugehört und warum sich unser Umgang mit dem Tod ändern darf. Die beiden sprechen über das Abschiednehmen mit Kindern, über Reue, die im Sterben auftaucht, über Sterbehilfe und Sterbefasten.

Johanna Klug

Johanna Klug arbeitet als Sterbe- und Trauerbegleiterin. Sie verfügt über langjährige praktische Erfahrung im Hospiz- und Palliativbereich, die sie sowohl in Deutschland als auch in Südafrika gesammelt hat. Auch heute begleitet sie schwerkranke und sterbende Menschen weiterhin ehrenamtlich. Nach einem Studium der digitalen Kommunikation widmet sie sich aktuell in ihrer Promotion der Frage nach der Autonomie todkranker Kinder. Darüber hinaus war sie als Studienkoordinatorin im interdisziplinären Masterstudiengang „Perimortale Wissenschaften“ an der Universität Regensburg tätig, der sich wissenschaftlich mit Sterben, Tod und Trauer befasst.

Johanna Klug ist Autorin und Wissenschaftlerin, lebt in Berlin und ist mit Lesungen, Workshops und Coachings im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv.

Mehr zur Person

Liebe den ersten Tag vom Rest deines Lebens

Viele Menschen versuchen, den Gedanken an den Tod aus ihrem Alltag fernzuhalten. Doch niemand bleibt ihm erspart – irgendwann tritt er unausweichlich in unser Leben. Johanna Klug, die als Trauer- und Sterbebegleiterin auf einer Palliativstation arbeitet, begegnet Menschen in einer Lebensphase, in der Zeit plötzlich endlich wird. Aus diesen Begegnungen sind Geschichten entstanden, die berühren und zum Innehalten zwingen. Sie machen sichtbar, welche Fragen am Lebensende in den Vordergrund rücken: Was zählt wirklich? Welche Entscheidungen wiegen schwer? Und wie kann man Verlust und Trauer begegnen? Mit ihren eindrucksvollen Schilderungen macht Johanna Klug deutlich, dass der Tod ein wesentlicher Teil des Menschseins ist und dass gerade diese Erkenntnis unseren Blick auf das Leben grundlegend verändert.



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