Lean Coffee

Lean Coffee ist ein strukturiertes Meeting-Format, ohne zuvor festgelegte Agenda und definierte Zielsetzung, jedoch mit fester Dauer. Die Teilnahme ist freiwillig je nach Interessenlage der eingeladenen Teilnehmenden, es gibt keine Verpflichtung zur Teilnahme am Meeting.

Die Struktur während des Meetings wird mit visueller Hilfe in Form eines Whiteboards, einer freien Wand, eines Flipcharts realisiert, die tabellenartig in drei Spalten eingeteilt wird. Die Spaltenüberschriften können nach prozesshafter Logik „zu diskutieren – in Diskussion – diskutiert“, „Thema – in Bearbeitung – erledigt“, o.ä. lauten.

Es gibt eine Koordinations- und Moderatorenrolle (in Personalunion), die nicht wechselt. Fragen und Themen werden vom/von der Koordinator*in-Moderator*in gesammelt, notiert und ggfs. von jedem Beitragenden erklärt und Hintergründe oder eigene Intentionen genannt. Die Priorisierung erfolgt im Anschluss nach Punktevergabe (je nach Gruppengröße auch andere Signale). Alle Themen kommen in die erste Spalte (die mit der höchsten Priorität ganz oben, dann absteigend). Alle Themen werden jeweils mit einer eigenen aber gleichen Timebox (Zeitdauer), z.B. 5 -10 min pro Thema und dann nacheinander abgearbeitet/diskutiert.

Sobald ein Thema besprochen wird, verschiebt der/dem Moderatorin die jeweilige Notiz/Karte in die mittlere Spalte. Ab dann läuft das Timeboxing. Sollte die Zeit nicht ausreichen, entscheiden die Teilnehmenden nach Zeitablauf, ob das Thema in einem weiteren Zeitslot weiter diskutiert werden soll oder nicht. Wenn es ausdiskutiert ist, wird die Notiz/Karte in die „erledigt/diskutiert“-Spalte verschoben.

Nach Ablauf der Gesamtzeit entscheiden die Teilnehmenden, ob noch offene Themen (üblicherweise gelingt es nicht, alle genannten Themen innerhalb der Meeting-Zeit zu besprechen) ins nächste Meeting mitgenommen werden oder nicht.

Die Entscheidungsmethoden bei Lean Coffee sollten im Vorfeld definiert werden – mögliche Entscheidungsformate sind: einfache Mehrheitsentscheidung, Veto-Entscheidung.

Lean Coffee ist ein Format, welches den Lean Thinking Prinzipien (Wissensaustausch, Eigenverantwortung, individuellem Lernen) nahesteht und gerne im agilen Kontext verwendet wird. Es wurde 2009 in Seattle, USA, von zwei Agile Coaches (J. Bensen, J. Lightsmith) erstmals öffentlich realisiert, mit dem Wunsch eine entspannte Atmosphäre – ähnlich wie in einem Coffee Shop - für regelmäßige Treffen herzustellen.

Vorteile von Lean Coffee:

  • wenig organisatorischer Aufwand
  • einfaches, schnell verständliches Format
  • Kürze und Regelmäßigkeit


Kommentare

Bisher hat niemand einen Kommentar hinterlassen.

Kommentar schreiben

Melde Dich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Teilen

Ähnliche Inhalte

Hier findest Du weitere Inhalte zu dem von Dir gewählten Thema. Bei diesen Vorschlägen handelt es sich um eine Auswahl an Inhalten, welche wir insgesamt für Dich auf der LeanBase zur Verfügung stellen.

Modul 3: Officefloor Management und Engineeringfloor Management

Modul 3: Officefloor Management und Engineeringfloor Management

LernModul auf LeanOnlineAcademy
0 Punkte, 250 Credits (2,50 €)
Kategorie: Shopfloor Management

Dieses Modul beschäftigt sich mit Officefloor Management und Engineeringfloor Management, also administrativen Prozessen und Prozessen im Projektumfeld beispielsweise im Umfeld der Forschung...

Nicht mein Problem ... Folge 166

Nicht mein Problem ... Folge 166

Podcast auf LeanPublishing
am 19. 11. 2019 um 05:30 Uhr
Kanal: Interview mit Dr. h.c. Any Nemo

oder ... "Dandum semper est tempus: veritatem dies aperit! (Cicero)"

Gymnastik für das Unternehmen

Gymnastik für das Unternehmen

Beitrag auf LeanPublishing
am 17. 05. 2017 um 15:59 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Beweglicher Geist, beweglicher Körper – nach diesem Prinzip lassen sich Unternehmungen aus der Effizienz-Starre befreien.

KATA im Großunternehmen – gute Coaches als Mulitplikatoren

KATA im Großunternehmen – gute Coaches als Mulitplikatoren

Video-Beitrag auf LeanPublishing
am 01. 06. 2016 um 12:00 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Wie entwickeln wir bei BMW schnell eine große Anzahl an guten Coaches?Wie messen wir den Entwicklungsgrad der Coaches?

Vorstellung Impulsgeber LeanBaseClub – Die Kultur-Komplizen

Vorstellung Impulsgeber LeanBaseClub – Die Kultur-Komplizen

Beitrag auf LeanPublishing
am 26. 03. 2019 um 05:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Daniela und Stefan Röcker sind Komplizen guter Führungs- und Unternehmenskultur im Kontext Neue Arbeit, Neue Kultur. Auf der Basis langjähriger Berufspraxis in verschiedensten Unternehmen setzen...

Eine gute Weiterbildung ist mehr als eine Entsendung

Eine gute Weiterbildung ist mehr als eine Entsendung

Beitrag auf LeanPublishing
am 16. 03. 2020 um 04:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

In vielen Unternehmen wird Weiterbildung und dessen Erfolg wie ein Kaffeautomat behandelt. Ich wähle das gewünschte Getränk, werfe eine Münze ein und bekomme dann das verlangte Ergebnis heraus.

TQM & Excellence – darf es etwas mehr Qualität sein?

TQM & Excellence – darf es etwas mehr Qualität sein?

Event auf LeanEvents
Qualität & Co.

Sie haben ein QM-System im Unternehmen und möchten dieses weiterentwickeln oder es sogar auf neues Niveau bringen? Dann wird Ihnen unser Seminar ganz konkrete Hilfestellungen liefern und neue Impulse geben, um Ihr Qualitätsmanagement zur Erfolgsgeschichte zu machen.

#FiveQuestions an Michael Retzlaff

#FiveQuestions an Michael Retzlaff

Beitrag auf LeanPublishing
am 31. 01. 2020 um 05:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

#FiveQuestions about Lean Management an Michael Retzlaff, Leiter Arbeitsvorbereitung u. Logistik und stellv. Werkleiter bei der Vossloh Locomotives GmbH - Service Zentrum Moers