Innovationsmanagement

Die Definition von Innovation, bezogen auf den Kontext Wirtschaft, lautet: „Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem, besonders die Einführung eines neuen Produkts oder die Anwendung eines neuen Verfahrens.“ (DWDS Deutsches Wörterbuch der deutschen Sprache)

Das betriebliche Innovationsmanagement bedeutet demnach die Grundvoraussetzung für die Überführung eingebrachter Ideen in erfolgreiche neue Produkte, Geschäftsfelder oder Geschäftsmodelle, die dem jeweiligen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Das traditionelle Innovationsmanagement, basierend auf prozessorientierten Denkansätzen, unterteilt in Prozesse, wie z.B. im Stage-Gate-Modell:

  1. Ideenfindung/-generierung
  2. Ideenbewertung/Machbarkeitsstudien
  3. Betriebswirtschaftliche Rechnung
  4. Feldstudien und/oder Produkttests mit Kunden
  5. Produktion und Produkt-Launch

D.h. in Zeiten der Digitalisierung kann ein solch traditionelles Innovationsmanagement dazu führen, dass Produkte digitalisiert werden. Im Idealfall verändern/verbessern sich damit auch Prozesse, die mit der Produktherstellung verbunden sind.

Diese Prozesse funktionieren, wenn sich Wertschöpfung am Produkt orientieren soll. Mit zunehmender Digitalisierung und Automation verändert sich die Wertschöpfung weg vom Produkt hin zu digitalen Geschäftsmodellen, d.h. modernes Innovationsmanagement sollte die drei Ebenen der Digitalisierung (Matzler, et. al., 2016) bedienen können:

  1. digitale Produkte/Services
  2. digitale/automatisierte Prozesse u. Entscheidungen
  3. digitale Geschäftsmodelle

Je nach Unternehmen kann es sinnvoll sein, sowohl bestimmte Innovationen einzukaufen (extern) als auch sich auf „hausgemachte“ Innovationen (intern) zu konzentrieren oder mit einem Mix aus extern und intern zu arbeiten. In der Umsetzung bedeutet dies, dass eine Erweiterung/Ergänzung des linearen Stage-Gate-Modells um anpassbare, flexible Modelle sinnvoll sein kann. Je nach Unternehmenskultur kann es auch eine völlige Öffnung im Sinne von bewertungsfreien Experimentierräumen bedeuten, in die das gesamte Unternehmen integriert ist.

Der Umgang mit Unsicherheit
Das Wesen von Innovationen beinhaltet einen hohen Teil an Unsicherheit/Risiko, d.h. es ist nicht vorhersehbar oder planbar, ob und wie Innovationen sich am Markt für das Unternehmen auswirken werden. Diese Unsicherheit hat eine Wechselwirkung auf interne Prozesse. Für die Organisation des Innovationsmanagements ist es demnach wichtig, dass folgende Aspekte grundlegend im Unternehmen vorhanden sind (Disselkamp, Innovationsmanagement, 2012):

  • Innovationsbereitschaft („Wollen“) - Motivation zur Veränderung auf Management- und Mitarbeiterebene
  • Innovationsfreiräume („Dürfen“) - Unternehmenskultur- und -struktur
  • Innovationsfähigkeit („Können“) - Qualifikation aller Beteiligten in Bezug auf Kommunikation, Transparenz, Kreativität, Wissensmanagement; Bereitstellung u. Vermittlung der entsprechenden Instrumente

Bildquelle: innovaMe Lab


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