
Lass mich mal ran! ... Folge 202
oder ... "Vincere aut cadere, Nemo?"
Wer kennt das nicht, dass es einem in den Fingern juckt, einzugreifen … selbst das Ruder in die Hand zu nehmen. Im Management ist das bekannt als das Problem mit der Delegation.
"Muss ich mich denn wieder um alles kümmern" ist ein Satz, den jeder schon einmal gesagt oder zumindest gedacht hat.
Die Fähigkeit, das Richtige zu tun und das schwingt in diesem Ausruf mit, wird von den Kapitänen erwartet.
Das Richtige ist übrigens interessanterweise schon vorher festgelegt. Eigentlich schon viel früher, als man lernte, was richtig und falsch ist … im BWL-Examen damit glänzte, dass man das Buch des Professors auswendig konnte.
Dieses Thema berühren wir mal lieber nicht, denkt der Interviewer …
Richtig und falsch ist - über das Handeln im Management hinaus - auch eine gesellschaftliche Denkweise.
Wer am Ruder ist, hat Kredit. Wenn das Handeln von Politikern sich als nicht erfolgreich herausstellt, wird man hören, sie hätten doch alles richtig gemacht.
Das Richtige ist zudem immer personifiziert, also sämtlicher Argumente enthoben.
Das kann der in den Medien anerkannte Experte sein oder eben jemand, der im Weihrauch des Erfolgs als Ikone dasteht, als Mensch aber kaum noch zu erkennen ist. Fast könnte man auf die Idee kommen, dass das, was über den Menschen gesagt wird, seine Fehlbarkeit eine schöne Theorie aus dem sonntagsvormittäglichen Bildungskanal eines Radiosenders ist.
Man kann auch beobachten, dass jene, die im Mittelpunkt der Macht stehen auch selber glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen.
"L'état c'est moi" ist ein in diesem Zusammenhang berühmter Ausspruch des Sonnenkönigs, Ludwig des XIV.
Und damit wären wir bei Herrn Dr. Nemo, CEO des weltgrößten Unternehmens angelangt.
Interviewer: "Herr Dr. Nemo, Sie gelten als der König der Wirtschaft …"
Ein übrigens kluger Einstieg des Interviewers, weil Nemo auf solche Komplimente steht.
Nemo: "Na ja, einer muss es ja sein."
Interviewer: "Nicht unbedingt."
Nemo: "Menschen brauchen Könige oder Königinnen, Schönheitsköniginnen zum Beispiel."
Bei diesen Worten fällt einem Elvira ein, doch heute erscheint sie nicht … braucht sie auch nicht, denn schöne Frauen sind auch anwesend, wenn man sie nicht sieht.
Interviewer: "Was zeichnet denn einen König aus?"
Nemo: "Lass mich mal ran, die Machtfülle des Königs und dabei geht es nicht darum, dass jemand es besser kann! Der König ist immer der nächste, der drankommt. Der König ist tot, es lebe der König. Ich bin meinem Vater gefolgt. Menschen glauben, dass der Wechsel des Akteurs den Segen bringt. Könnten Sie in Beziehungen sehen, der nächste Partner ist immer der Bessere."

Nemo klatscht sich vor Lachen auf die Schenkel.
Interviewer: "Lassen Sie denn mal den nächsten ran?"
Nemo schweigt.
Schweigen ist eines der am schwierigsten zu verstehenden Aussagen und Argumente.
Aber lassen wir das …
Was Nemo unausgesprochen denkt, ist dies: "Es ist es auch kein Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer ein Schaf ist."
Nemo sagt dann diplomatisch: "Wir müssen aufpassen … Wenn der Blinde den Blinden führt, fallen beide in die Grube!"
Interviewer: "Wer wäre in der Lage, der neue König von WMIA zu sein?"
Nemo: "Die Gunst der Großen wird nicht selten bloß dadurch verloren, dass man ihnen sich zu ähnlich stellt."
Interviewer: "Wenn alle so denken wie Sie, wird es niemanden nach Ihnen geben."
Es ist Zeit, dass Nemo zum nächsten Termin eilt.
Dass der Interviewer später beim Apéro mit Elvira gedacht haben soll "Lass mich mal ran" ist nicht verifiziert und gehört hier ja auch nicht hierher.
Anyway ... was oder wer "rankommt" bei WMIA, erfahren wir - wie immer - am nächsten Dienstag …
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