People. Lean. IT.

People. Lean. IT.

People. Lean. IT. – Mit diesen drei Begriffen lässt sich in Kurzform beschreiben, was für den Weg zur Smart Factory notwendig ist.

#leanmagazin
am 12. 02. 2021 um 04:30 Uhr in LeanMagazin von Marco Sieber


Damit der Einstieg in dieses Thema gelingt, gilt es zunächst das eigene Unternehmen im globalen Umfeld zu betrachten und sich bewusst zu machen, dass ein Produkt nicht alleine aus dem Material besteht, aus dem dieses hergestellt wird. Vielmehr müssen die bereitgestellten Informationen, z.B. Zeichnungen, Arbeitspläne, etc. sowie die während der Prozesse ermittelten Daten, z.B. Prozessparameter, Qualitätsmerkmale, etc. dem jeweiligen Produkt zugeordnet werden. Mit diesem Grundverständnis können die nächsten Schritte auf dem Weg zur Smart Factory getan werden.

Doch was ist eine Smart Factory? Diese Frage gilt es umzuformulieren in „Was ist deine Smart Factory?“ Dies ist bereits einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren auf dem Weg. Eine klare Vision und Strategie definieren und diese unter Einbeziehung von Lean Methoden, z.B. Ablaufoptimierung im Bereich Produktion und Administration zur Verschlankung von Prozessen umsetzen. In einem weiteren Schritt die Stabilität der Einzelprozesse und des Gesamtprozesses sichern. Parallel können diese Prozesse digitalisiert werden, um die Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit zu unterstützen und zu entlasten. Es muss also ein Zusammenspiel zwischen Mitarbeitern aller Hierarchieebenen, methodischen Vorgehensweisen und digitalen Möglichkeiten sein. In diesem Zusammenhang lautet der Erfolgsfaktor, dass Mensch, Technik und Organisation auf dem gleichen Niveau sein müssen, um die Möglichkeiten optimal auszuschöpfen. Hierfür ist die Ermittlung des Status Quo mittels Wertstromanalyse 4.0 und die Definition eines Sollkonzeptes von zentraler Bedeutung, um Handlungsfelder zu identifizieren.

Die Erstellung eines Business Case stellt ebenfalls ein Erfolgsfaktor dar. Bei allen unternehmerischen Entscheidungen steht die Abschätzung zwischen Kosten und Nutzen im Fokus. Doch je komplexer ein Projekt wird, desto schwieriger ist es, eine gute Abschätzung zu machen. An dieser Stelle sollte daher auch die Frage eingebracht werden, was es bedeutet, nichts zu verändern. Sind wir dann langfristig noch wettbewerbsfähig? Welcher Aufwand muss betrieben werden, um die gesetzlichen Anforderungen oder die Kundenanforderungen zu erfüllen? Welchen Aufwand betreiben wir aktuell, um die Datenkonsistenz zwischen unterschiedlichen Systemen sicherzustellen?

Der Weg zur Smart Factory muss als Projekt verstanden werden und somit gilt es zwingend entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Hierzu zählen u.a. die Definition der Projektziele, die Einteilung des Gesamtprojektes in Teilprojekte inkl. entsprechender Verantwortlichkeiten und die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen wie Personal, Zeit und Budget. Ob das Projekt „klassisch“ oder „agil“ durchgeführt werden soll spielt hierbei keine Rolle. Für beide Vorgehensweisen müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden und die Unternehmensleitung muss hinter diesem Projekt stehen.

Aufgrund des Projektumfangs muss dem Projektmarketing eine angemessene Rolle zugewiesen werden, um bei allen Mitarbeitern das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Teilprojekten und Gesamtprojekt zu verdeutlichen. Nur wenn die Teilprojekte erfolgreich abgeschlossen und mit dem Gesamtprojekt abgestimmt sind, können die neuen Möglichkeiten wie geplant genutzt werden.

Ablauf- und ggf. aufbauorganisatorische Veränderungen, die im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Smart Factory verbunden sind, müssen durch entsprechende Maßnahmen vorbereitet und begleitet werden. Somit sind die Bereiche Changemanagement und Mitarbeiterqualifikation weitere Erfolgsfaktoren, da sich Aufgaben- und Zuständigkeitsbereiche ändern werden. Es müssen neue Kenntnisse und Fähigkeit aufgebaut werden. Die Mitarbeiter und Führungskräfte müssen sich auf diese Veränderung einlassen und benötigen ein entsprechendes Vertrauen in die Strategie.


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