Unser täglich Brot … Folge 159

Unser täglich Brot … Folge 159

oder ... "Pater noster … dimitte nobis debita nostra "

#WMIA
Podcast, am 01. 10. 2019 um 05:30 Uhr in Interview mit Dr. h.c. Any Nemo von Kurt August Hermann Steffenhagen


Es wird meist nur am Rande erwähnt, dass WMIA Incorporated, das größte Unternehmen der Welt, auch der größte Produzent von Nahrungsmitteln ist.

Riesige Felder, nein Landstriche produzieren Unmengen von Nahrung, Nahrung, die WMIA verkauft.

Nahrung, das Brot gehört zu den Fürbitten des Vaterunsers. Der Herr möge es uns geben, so heißt es … mag ja sein, doch in Wirklichkeit nimmt diese Gabe einen Umweg über WMIA Incorporated.

Das könnte man so stehen lassen, wenn WMIA nicht der weltbeherrschende Produzent von Brot wäre und das Brot zum Spielball des Profits mit all seinen Kollateralschäden geworden ist.

Der Interviewer trifft Dr. Nemo bei der Verkostung neuer Produkte im Brotlabor, das sich im zwölften Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes befindet.

Nemo: „Hier, probieren Sie mal, unser innovativstes Produkt, Oblaten mit Mangogeschmack.“

Interviewer: „Halten Sie das für eine gute Idee?“

Nemo: „Na klar, wir peppen die Oblaten dadurch auf, Mango ist doch auch bei Joghurt der Renner!“

Interviewer: „Aber die Oblate beim Abendmahl hat doch einen ganz anderen Hintergrund, es ist ein Symbol.“

Nemo: „Jaja, aber die schmecken doch nicht und wissen Sie, Geschmack ist das, was sich gut verkauft und demnächst gibt es statt Wein beim Abendmahl Smoothies von WMIA.“

Interviewer: „Das macht die Kirche aber nicht mit.“

Nemo: „Warten wir es ab …“

Nemo streift seinen weißen Overall ab und man fährt im Extrafahrstuhl direkt ins Vorstandsbüro.

Im Büro wartet neben Umbra - der Olivenbauer und Bruder Nemos - schon der Cheflobbyist von WMIA, Herr Dr. Muco.

Nemo: „Darf ich bekannt machen, Herr Dr. Muco. Er ist unser Verbindungsmann zu Politik und Wirtschaft und begleitet die weltweite Einführung unseres Brotes, die ganze Welt wird nur noch Brot von WMIA essen.“

Umbra: „Unseres Brotes, versteh ich recht?“

Muco: „Ja klar, unseres Brotes!“

Umbra: „Wem gehört das Brot der Welt?“

Nemo: „Uns natürlich, wir besitzen die Ressourcen, war ja auch teuer genug. So eine Weltmarktstellung muss man erstmal erreichen können. Wir sind bald Brake-Even, der Return on Investment zeichnet sich grandios ab.“

Umbra: „Mir verschlägt es die Sprache. Euch gehört das Brot der Welt … Mannomann!“

Nemo: „So ist es halt. Man kann das infrage stellen, aber weißt Du, ich bin Geschäftsmann! Für mich stehen Zahlen im Vordergrund, die Shareholder wollen ihr Geld … Money makes the world go round … Das ist meine Verantwortung und nur das!“

Umbra: „Die Welt dreht sich auch ohne WMIA …“

Nemo: „Ich bin kein Moralapostel, Politiker oder Pfarrer oder so … apropos, wo ist eigentlich der Mönch Andrea heute?“

Andrea ließ sich entschuldigen … und übrigens, es fehlt bei dem Gespräch auch Elvira, der anmutige Lichtblick in einer Welt, deren Mittelpunkt die seltsame Stadt mit Namen Los Straneros ist … WMIA hat hier ja bekanntlich seine Hauptverwaltung …

Umbra: „So so, das Brot der Welt gehört Euch … Im Management gibt es ja den schönen Spruch nach einem Erfolg, der da heißt „What’s next“ … Verkauft Ihr demnächst auch die Luft, unsere Luft zum Atmen??“

Nemo muss zum nächsten Termin.

Der Interviewer telefoniert mit Elvira: „Wo bist Du?“

Elvira: „Ich bin mit Andrea auf einer Demo.“

Nun gut, jetzt wissen wir auch welcher Wochentag es ist.

Wie die Dinge ihren Lauf nehmen werden und was bei WMIA noch so geschieht, erfahren wir - wie immer - nächsten Dienstag.


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