Nachhaltige Lieferkette

Mit Nachhaltigkeit in der Lieferkette ist das Management der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen gemeint. Ziel ist es, für alle an der Herstellung und Vermarktung beteiligten Akteure langfristig einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen zu schaffen. Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten berücksichtigen, fördern damit gleichzeitig Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen, dies bedeutet auch die nachhaltige Entwicklung eines Landes. 

Über die Wichtigkeit nachhaltiger Lieferketten

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement wirft einen ganzheitlichen und systemischen Blick auf alle Stufen der Lieferkette – vom Direktlieferanten in der Region bis zur Rohstoffgewinnung in den Ursprungsländern. Nachhaltiges Lieferkettenmanagement legt den Grundstein, um negative Umweltauswirkungen und Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Darüber hinaus ist es für Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll, eine höchstmögliche Transparenz in ihren Lieferketten zu erlangen:

Wenn z.B. Lieferanten von strengeren Umweltauflagen oder Ressourcenknappheit (z.B. Wasserknappheit) betroffen sind, kann dies Preissteigerungen oder sogar Lieferausfälle bedeuten, die sich unmittelbar auf die eigene Geschäftstätigkeit auswirken. Ergänzend können menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bei Lieferanten (Stichwort Kinderarbeit) oder die Verwendung sogenannter „Konfliktmineralien“ zu erheblichen Reputationsverlusten führen.

Initiative Lieferkettengesetz

Um Firmen stärker in die Verantwortung zu nehmen, hat sich 2019 eine Kampagne für ein Lieferkettengesetz in Deutschland gebildet, das aus mehr 90 zivilgesellschaftlichen Organisationen besteht und die „Initiative Lieferkettengesetz“ in Leben gerufen hat. Basierend auf den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sollen Unternehmen verpflichtet werden, sämtliche Bereiche ihres Kerngeschäfts auf menschenrechtliche Risiken zu untersuchen und angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Mehr als 50 Unternehmen (Stand: 02/2020), darunter Tchibo, Vaude, Ritter Sport und Nestlé, zeichneten bisher das „Statement für eine gesetzliche Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten“. Eckpunkte für ein Gesetz sind im Frühjahr 2020 zu erwarten. Auf EU-Ebene veröffentlichte die EU-Kommission im Februar 2020 eine Studie, die Regulierungsoptionen für Sorgfaltspflichten in der Lieferkette untersucht. Die Studie unterstreicht die Ziele des „European Green Deal“.

Die Forderungen der „Initiative Lieferkettengesetz“ beziehen sich auf große Unternehmen, d.h. Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten oder einer Bilanzsumme größer als 20 Mio. EUR oder einem Jahresumsatz von mehr als 40 Mio. EUR.

Bildquelle: Nutrineo


Kommentare

Bisher hat niemand einen Kommentar hinterlassen.

Kommentar schreiben

Melde Dich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Teilen

Ähnliche Inhalte

Hier findest Du weitere Inhalte zu dem von Dir gewählten Thema. Bei diesen Vorschlägen handelt es sich um eine Auswahl an Inhalten, welche wir insgesamt für Dich auf der LeanBase zur Verfügung stellen.

#018 | New Work – denn sie wissen nicht, was sie tun

#018 | New Work – denn sie wissen nicht, was sie tun

Podcast auf LeanPublishing
am 09. 05. 2019 um 05:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Ein kurzes Märchen darüber, was passieren kann, wenn „New Work“ eingeführt wird ... Weil es an Führungskompetenz mangelte, eine massive Entscheidungsschwäche vorhanden ist und es den...

Das Toyota-Produktionssystem (TPS)

Das Toyota-Produktionssystem (TPS)

LernModul auf LeanOnlineAcademy
12 Punkte, kostenlos
Kategorie: Methoden & Tools

Grundlage für das heutige Prinzip der "schlanken Produktion" (Lean-Management) bildet das Toyota-Produktionssystem (TPS). Rohstoffknappheit, Isolationspolitik und Sparmaßnahmen führten 1937 zu dem...

Die Überraschung - Folge 53

Die Überraschung - Folge 53

Podcast auf LeanPublishing
am 10. 06. 2018 um 16:11 Uhr
Kanal: Interview mit Dr. h.c. Any Nemo

Es war ja die offene Frage, ob sich Dr. h.c. Any Nemo, CEO von WMIA Incorporated und damit des größten Unternehmens der Welt, von einem Clown beraten lässt. Das wäre schon eine Überraschung.

Wertstromanalyse und -design

Wertstromanalyse und -design

LernModul auf LeanOnlineAcademy
20 Punkte, kostenlos
Kategorie: Methoden & Tools

Die Wertstromanalyse ist eine Methode, um den Ist-Zustand eines Prozesses übersichtlich darzustellen. Die Wertstromanalyse ist die Basis, auf der durch Verringern von Verschwendung ein Prozess...

Kostenfreies Exemplar: Training Within Industry (Taschenbuch)

Kostenfreies Exemplar: Training Within Industry (Taschenbuch)

Belohnung auf LeanOnlineAcademy
300 Punkte
Eine ganze Fabrik umstrukturieren mit Hilfe der KATA aber ohne Erfahrung mit dieser – geht das?

Eine ganze Fabrik umstrukturieren mit Hilfe der KATA aber ohne Erfahrung mit dieser – geht das?

Video-Beitrag auf LeanPublishing
am 25. 02. 2016 um 01:00 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Eine neue Fabrik, die mit Hilfe der KATA Lean sein soll. Alle Mitarbeiter sollen auf der Reise mitgenommen werden. Wenn sie dann steht die neue Fabrik soll es natürlich auch noch weitergehen mit...

TQM als integratives Managementkonzept: Das EFQM Excellence Modell und seine Umsetzung

TQM als integratives Managementkonzept: Das EFQM Excellence Modell und seine Umsetzung

Buch auf LeanBooks
Kategorie: Lean Tools & Methoden

von Klaus J. Zink

Turbo für Agilität und Innovation: Wie sie die „Weisheit der Vielen“ entfesseln

Turbo für Agilität und Innovation: Wie sie die „Weisheit der Vielen“ entfesseln

Beitrag auf LeanPublishing
am 28. 03. 2019 um 05:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Damit der Sprung in die Zukunft gelingt, ist die „Weisheit der Vielen“ sehr hilfreich. Dazu wird die kollektive Intelligenz der Mitarbeiter und Kunden ganz gezielt in Kreativ- und...