LeanGame – Wertstromanalyse

LeanGame – Wertstromanalyse

Wo bleibt eigentlich die Zeit?
Ein vereinfachtes Lernspiel zum Einstieg in die Wertstromanalyse



Warum dauert es häufig Tage oder sogar Wochen, bis ein Produkt fertiggestellt ist, obwohl die eigentliche Bearbeitung nur wenige Minuten in Anspruch nimmt? Und warum entstehen hohe Zwischenbestände, obwohl die einzelnen Fertigungsbereiche gut ausgelastet sind?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das LeanGame „Wertstromanalyse – Wo bleibt eigentlich die Zeit?“.

Das Lernspiel führt die Teilnehmenden anhand eines bewusst stark vereinfachten Produktionsbeispiels an die grundlegende Denk- und Vorgehensweise der Wertstromanalyse heran. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die vollständige Beherrschung der Methode, sondern die Sensibilisierung für die Zusammenhänge zwischen Materialfluss, Informationsfluss, Beständen, Bearbeitungszeiten und Durchlaufzeiten.

Den Wertstrom sichtbar machen

Ausgangspunkt ist ein mittelständisches Produktionsunternehmen, das trotz gut ausgelasteter Maschinen zunehmend Schwierigkeiten hat, seine Liefertermine einzuhalten. Gleichzeitig befinden sich erhebliche Mengen halbfertiger Produkte in der Fertigung.

Die Teilnehmenden übernehmen die Aufgabe, den tatsächlichen Wertstrom einer ausgewählten Produktfamilie zu untersuchen. Die dafür benötigten Informationen stehen ihnen allerdings nicht vollständig zur Verfügung. Sie müssen durch gezielte Fragen und die Auswertung von Informations- und Beobachtungskarten erschlossen werden.

Schritt für Schritt entsteht so eine vereinfachte Darstellung des Ist-Wertstroms. Die Teilnehmenden ermitteln grundlegende Kennzahlen, betrachten die vorhandenen Bestände und erkennen, wie sich einzelne Prozesse zu einem gesamten Wertstrom verbinden.

Sensibilisieren statt vollständig qualifizieren

Das LeanGame ist ausdrücklich keine umfassende Schulung zur Wertstromanalyse und erhebt nicht den Anspruch, die Komplexität realer Produktions- und Wertschöpfungsprozesse vollständig abzubilden.

Vielmehr wurden die betrieblichen Abläufe, die Datenbasis und die Aufgabenstellung bewusst stark reduziert. Dadurch können sich die Teilnehmenden auf einige wesentliche Fragestellungen konzentrieren:

  • Was gehört zu einem Wertstrom, und welche Informationen werden benötigt, um ihn zu verstehen?
  • Wie unterscheiden sich Bearbeitungszeit und Durchlaufzeit?
  • Welche Bedeutung haben Bestände und Wartezeiten?
  • Welche Rolle spielt der Informationsfluss bei der Steuerung der Produktion?
  • Warum reicht es nicht aus, einzelne Prozesse isoliert zu betrachten?

Das LeanGame soll vor allem Neugier wecken, vermeintlich selbstverständliche Annahmen hinterfragen und ein erstes Verständnis dafür schaffen, welchen Erkenntnisgewinn eine systematische Wertstromanalyse ermöglichen kann.

Lernen durch eigenes Entdecken

Im Gegensatz zu einer rein theoretischen Einführung erhalten die Teilnehmenden keine fertige Wertstromdarstellung. Sie müssen selbst entscheiden, welche Informationen relevant sind, diese zusammenführen und daraus ein nachvollziehbares Bild des bestehenden Wertstroms entwickeln.

Die gemeinsame Auswertung zeigt, wie unterschiedlich die Wahrnehmung eines Produktionsprozesses sein kann und warum eine strukturierte Betrachtung des gesamten Wertstroms hilfreich ist.

Das Ziel ist nicht, nach zwei Stunden Wertstromanalysen selbstständig in der betrieblichen Praxis durchführen zu können. Das Ziel ist, zu verstehen, warum es sich lohnt, Wertströme genauer anzusehen.

Das LeanGame konzentriert sich ausschließlich auf die Aufnahme und Auswertung des Ist-Zustands. Die Entwicklung eines Soll-Wertstroms und die Gestaltung konkreter Verbesserungsmaßnahmen sind nicht Bestandteil des Spiels.

Weitere Inhalte

Lean & KI Praxisworkshop
Lean & KI Praxisworkshop

Lean-Prinzipien als Schlüssel für produktive KI-Anwendungen