Sinn und Unsinn eines betrieblich verordneten Verbesserungsvorschlagwesens - oder kann man das auch anders gestalten?

Sinn und Unsinn eines betrieblich verordneten Verbesserungsvorschlagwesens - oder kann man das auch anders gestalten?

Das war das Motto des letzten Treffens, am 17.01.19. des Forchheimer LeanStammtisch

am 22. 01. 2019 um 21:55 Uhr

Dieses Thema hatte einen Nerv der 9 Teilnehmer getroffen, es entstand innerhalb der 2 Stunden eine rege Diskussion über das für und wieder.

Von gänzlich ausgefeilten Systemen, von Punktevergabe auf Sammelkonnten über Teamfördernde Maßnahmen bis hin zu 3 jährigen Amortisationsrechnungen mit im Voraus zu berechnenden Prämienzahlungen, aber auch von völlig vernachlässigten Vorschlagwesen war alles vertreten.

Eins war jedoch aus fast allen Beiträgen herauszuhören, die Motivation der Mitarbeiter Vorschläge auszuarbeiten, bzw. die Qualität der Verbesserungsvorschläge liegen doch meist hinter den Erwartungen derer, die diese Systeme eingeführt oder zu betreuen haben. 

Doch woran liegt das?

Vielleicht liegt es ja daran, Erwartungen an seine Mitarbeitenden zu haben, die sie in der vorherrschenden Kultur des Unternehmens gar nicht erfüllen wollen oder können.

Einerseits sollen die Mitarbeitenden am besten 10 Vorschläge im Monat machen, sind aber selbst an der Umsetzung gar nicht beteiligt. Um den Vorschlag einzureichen, muss der Mitarbeitende vorab die Einsparung berechnen, natürlich nach seiner Regelarbeitszeit! Manche Vorschläge werden dankend angenommen, die Prämienzahlung lässt aber auf sich warten, weil die Berechnung der Einsparung über 12 Monate geprüft werden muss und so weiter und so fort…

Die einfachste und zugleich schwierigste Art und Weise intrinsische Motivation seiner Mitarbeitenden zu wecken ist es, Rahmenbedingung zu schaffen unter welchen sich die Mannschaft stetig entwickeln kann, sich wertgeschätzt fühlt, gerne zur Arbeit kommt. Ein Klima ohne Angst vor Fehlern, in der das (sich) ausprobieren als selbstverständlich angesehen wird.

Das ist oft schmerzhaft, zugegeben, bedarf es am Anfang doch der Reflexion des eigenen Tuns.

Womit wir wieder, wie so oft, beim Thema Führung wären.

Und da waren sich alle Teilnehmer einig, wenn der Gedanke der stetigen Verbesserung nicht konsequent von oben, also Top down gelebt, bzw. wirklich, wirklich gewollt wird, ist das ganze zum Scheitern verurteilt, oder aber dümpelt mit recht mäßigen Erfolgen vor sich hin…

 

Zum Abschluss des Abends konnten die Teilnehmer nach dem Prinzip des Note and Vote ein Thema, für das sie entweder brennen und es den anderen vorstellen wollen, oder über das sie gerne mehr erfahren möchten zur Abstimmung stellen.

Die Gruppe hat sich mehrheitlich für das Thema Coaching Ansatz für (Fach) Führungskräfte entschieden.

Jacqueline Ackva TQM und Prozessmanagerin von Kaufland Fleischwaren Heilbronn GmbH & Co. KG wird uns beim nächsten Termin am 28.03.2019 mehr darüber erzählen.

Zur Anmeldung kommst Du hier.

Ich möchte mich bei allen Teilnehmern ganz herzlich für den offenen und entspannten Austausch bedanken und freue mich auf unser nächstes Treffen!

 

Euer Christian Schenkel


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