Zwischen Analyse und echter Verbesserung: Warum Process Mining allein nicht reicht

Zwischen Analyse und echter Verbesserung: Warum Process Mining allein nicht reicht

Tools wie Celonis schaffen Transparenz: Sie zeigen, wo Prozesse bremsen, wo Wartezeiten entstehen oder wo Medienbrüche stören. Doch allzu oft bleibt es bei der Analyse. Dashboards füllen sich, Bottlenecks sind erkannt – aber der Alltag bleibt unverändert.

Warum? Weil zwischen Analyse und Umsetzung eine Lücke klafft.

Wer wirklich verbessern will, braucht mehr als Zahlen: Es braucht Strukturen zur Zusammenarbeit, Methodenkompetenz zur Problemlösung und eine Kultur, die Veränderung zulässt. KVP ist kein Projekt – sondern tägliche Praxis.

👉 Der Artikel zeigt, warum Process Mining nur der Anfang ist – und wie Unternehmen den Schritt zur echten Verbesserung schaffen.

09. September 2025 um 04:30 Uhr von Lara Ferrari


Process Mining hat sich in den letzten Jahren als starkes Analysewerkzeug etabliert. Tools wie Celonis zeigen detailliert, wie Prozesse tatsächlich ablaufen – nicht wie sie gedacht sind. Medienbrüche, Wartezeiten, doppelte Arbeiten und unnötige Schleifen werden sichtbar. Für Unternehmen ist das ein Quantensprung in Sachen Transparenz.

Doch genau hier liegt die Krux: Transparenz ist nicht gleich Verbesserung.

 
Von der Erkenntnis zur Umsetzung – die Lücke

Viele Initiativen scheitern nicht an mangelnden Daten, sondern an mangelnder Umsetzung. Die Dashboards sind gefüllt, Bottlenecks identifiziert – doch es fehlt an der nächsten Stufe: der strukturierten Verbesserung.

Warum das so ist:

  • Die Organisation ist nicht auf Veränderung vorbereitet.
  • Es fehlen klare Verantwortlichkeiten.
  • Die Teams wissen nicht, wie man Probleme strukturiert löst.
  • KVP wird als theoretisches Konzept verstanden – nicht als tägliche Praxis.
  • Process Mining zeigt, wo es klemmt – aber nicht wie man es löst.

 
Systemische Veränderung braucht mehr als Analyse

Wer dauerhaft verbessern will, braucht neben Daten vor allem:

  • Strukturen für Zusammenarbeit: Reflexionsräume, interdisziplinäre Teams, klare Routinen
  • Methodenkompetenz: Problemlösungsfähigkeiten im Team, z. B. Root Cause Analysis, 5-Why, PDCA
  • Verantwortung: Klare Rollenzuordnung – wer löst welches Problem?
  • Haltung: Eine Kultur, in der Fehler nicht vertuscht, sondern als Lernanlass genutzt werden
     

Vom Tool zur Wirkung – die Rolle der Menschen

Der wahre Hebel für Veränderung liegt nicht im System, sondern in den Köpfen:

  • Wie denken wir über Probleme?
  • Wie gehen wir mit Abweichungen um?
  • Trauen sich Teams, Themen offen anzusprechen?
  • Wird Verbesserung aktiv unterstützt – oder nur geduldet?

Wer echten KVP will, muss nicht nur Prozesse, sondern vor allem Denk- und Kommunikationsmuster hinterfragen.

 
Fazit: Analyse ist der Anfang – nicht das Ziel

Ohne Zweifel: Process Mining ist ein wertvoller Baustein. Aber erst die Kombination aus Analyse, Problemlösungsmethoden und einer gelebten KVP-Kultur schafft nachhaltige Wirkung.

👉 Wer nur analysiert, dokumentiert den Status quo. Wer verbessern will, braucht Strukturen, Kompetenzen – und die Bereitschaft zur echten Veränderung.

 



Kommentare

Andreas Kopp
Andreas Kopp, am 10. September 2025 um 07:20 Uhr
Sehr richtig!
Egal, ob mit modernen Tools, oder mit dem bewährten Process-Mapping an der langen Tapete.
Die Erfahrung zeigt, die sichtbar gemachte Verschwendung ist eigentlich und irgendwie schon immer bekannt war. Nur eben nicht so greifbar und so detailliert.
Trotzdem - egal ob mit Tool oder ohne - schaffen viele Unternehmen Schritt zur echten Veränderung nicht, weil sie die Voraussetzungen dafür nicht schaffen... stattdessen installieren sie das nächste System, mit dessen Hilfe sie dann wieder zum selben Ergebnis kommen...
Lara Ferrari
Lara Ferrari, am 10. September 2025 um 09:50 Uhr
Genau so ist es und wundern sich dann, warum seit der letzten Analyse zur neuen Analyse nichts passiert ist bzw. immer noch die selben Probleme drauf sind.
Es ist tatsächlich so, dass mir die Mitarbeitenden nach der Analyse sagen: die Probleme kennen wir schon lange. Auf die Frage: warum habt ihr sie denn nie eliminiert, kam nie eine befriedigende Antwort.
Wir gehen das systematisch an und beschreiben gemeinsam Probleme, quantifizieren diese, suchen die Ursachen und definieren die Massnahmen um die Probleme zu beheben. Wir bestimmen, wer macht was bis wann und treffen uns wöchentlich um die Stati abzufragen. Drannebliibe, drannebliibe, drannebliibe und dann, nach 6 Monaten, läuft der Kreislauf ohne mich und die Probleme sind tatsächlich am verschwinden, neue kommen dazu und werden im gleichen Rhythmus bearbeitet.

Es spielt keine Rolle welches Analyse-Tool man vorneweg nutzt. Wichtig ist der zweite Teil, dass man die Probleme strukturiert abarbeitet, gemeinsam als Team. Die Mitarbeitenden sind stolz und sind motiviert.

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