Ist OEE nur für die Massenproduktion geeignet?

Ist OEE nur für die Massenproduktion geeignet?

Seit vielen Jahren versuche ich, hartnäckige Missverständnisse rund um OEE aus dem Weg zu räumen – Missverständnisse, die leider die wahre Schönheit dieses Instruments verdecken.

Das Thema heute: Ist OEE nicht nur dazu da, die Massenproduktion zu fördern? 

23. Dezember 2025 um 04:30 Uhr von Arno Koch
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Ich lese oft, dass OEE für die Massenproduktion entwickelt wurde und deshalb auch nur dafür passt. Und dass man bei den alten Vorläufern von OEE (Bekido oder Bekidoritsu) die Rüstzeiten nicht berücksichtigt hat, um das zu vermeiden.

Damit wird das Wesentliche des Instruments übersehen, indem es nur als KPI betrachtet wird. Die falsche Annahme ist dann, dass je mehr man produziert, desto höher die Kennzahl und desto besser.

Damit wird das Wesentliche des Instruments übersehen, indem es nur als KPI betrachtet wird. Die falsche Annahme ist dann, dass je mehr man produziert, desto höher die Kennzahl und desto besser.

Massenproduktion

Was ist eigentlich „Massenproduktion“? Ist das nicht das, was eine Fabrik im Allgemeinen kennzeichnet? Werden in einer Autofabrik nicht massenhaft Autos gebaut? Selbst wenn das im One-Piece-Flow passiert? Und in einer Hupenfabrik für dieselben Autos massenhaft Hupen in größeren Chargen?

Wo wurde OEE entwickelt?

OEE wurde ursprünglich in Automobilumgebungen (Zulieferer von OEM-Linien) entwickelt. Und in den umliegenden Ebenen sind die Chargen wahrscheinlich größer als an der endgültigen Montagelinie. Also, ja, in der maschinengebundenen Produktion wird sicher nicht immer mit 'One-Piece-Flow' gearbeitet.

Wenn wir die Herstellung einer Charge als „Massenproduktion“ bezeichnen, ist es gerade allzu sinnvoll, die Rüstzeiten in der OEE sichtbar zu machen (was auch Nakajima-san betont hat!). Schließlich geht es darum, die Maschine zuverlässig UND flexibel betreiben zu können!

Nur weil OEE zuerst in solchen Umgebungen eingesetzt wurde, heißt das noch lange nicht, dass es anderswo nicht genauso wertvoll sein kann! (Aber dann müssen wir das Instrument gut verstehen!)

Auf der einen Seite gibt's nämlich längere Chargen (denk mal an die Herstellung von Hupen oder Radmuttern). 

Auf der anderen Seite gibt's auch ganz kleine Chargen, manchmal sogar nur eins oder ein paar Stück. So werden zum Beispiel die Bodenplatten vom großen Toyota Hilux Pickup in Chargen von weniger als 5 Stück auf einer Mega-Presse gepresst.

Das sind verschiedene Dynamiken, aber mit der gleichen Herausforderung:

Wie hält man die Maschine zuverlässig in dem Tempo am Laufen, das man braucht? Genau dabei hilft OEE!

 In der Serie „Produktionsmanagement mit OEE” erkläre ich, wie OEE dabei hilft, das Wesentliche der Produktion zu erfassen.

Hier geht es zum ersten Artikel dieser Zehnteilige Serie:

Von Kennzahlen zur Kunst der Produktion: Betriebsmanagement mit OEE (1)

 



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