Das #LATC2026 ist Geschichte und wir blicken zurück auf drei intensive Tage - die Eröffnungsrede von Ralf Volkmer im Wortlaut

Das #LATC2026 ist Geschichte und wir blicken zurück auf drei intensive Tage - die Eröffnungsrede von Ralf Volkmer im Wortlaut

Nach rund neun Monaten intensiver Vorbereitung war es am 11. März 2026 um 13:00 Uhr endlich so weit: Das 10. LeanAroundTheClock startete pünktlich mit der Eröffnung unseres JubiläumsLATC.

Mit seiner Eröffnungsrede setzte Ralf Volkmer den Auftakt für drei Tage, die einmal mehr gezeigt haben, was diese Community ausmacht – Offenheit, Lernen voneinander und der gemeinsame Wille, Dinge jeden Tag ein Stück besser zu machen. Gleichzeitig fand er auch mahnende Worte: Lean ist kein Selbstzweck und keine Methode für die Oberfläche. Es lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, ehrlich hinschauen und bereit sind, wirklich zu verändern.

In den kommenden Tagen möchten wir hier auf LeanPublishing gemeinsam zurückblicken – auf besondere Momente, spannende Impulse und die vielen kleinen und großen Highlights des #LATC2026.

#leanmagazin
16. März 2026 um 04:30 Uhr in LeanMagazin von LKB Redaktion
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Die Welt verändert sich gerade in einem Tempo, als gäbe es kein Morgen. Oft gehört, oder?

Ist es jedoch nicht so, dass die Welt nicht instabil ist, weil sie sich verändert – oder ist instabil weil wir so tun, als könnten wir so weitermachen wie bisher.

Die internationale Ordnung, wie wir sie kannten, trägt nicht mehr.

  • Regeln gelten selektiv.
  • Macht verschiebt sich.
  • Verlässlichkeit wird zur Ausnahme – und ist nicht mehr die Regel.

Deutschland und Europa stehen vor tiefgreifenden, vielleicht existenziellen Herausforderungen

  • wirtschaftlich.
  • politisch.
  • strukturell.

Und trotzdem handeln wir vielerorts so, als ließe sich diese neue Realität mit Routinen und Konzepten bewältigen, die für eine andere Welt gemacht wurden.

Organisationen scheitern heute nicht an Komplexität. Sie scheitern daran, dass sie klüger sind, als sie handeln.

Die alten Antworten tragen nicht mehr.
Die neuen sind unbequem.
Also klammern wir uns an das Bekannte.

Diese Situation erzeugt Unsicherheit.
Und Unsicherheit kippt.

  • In Härte.
  • Im Ton.
  • Im Denken.
  • Im Glauben an das, was unsere Gesellschaft lange Zeit geprägt hat.

Viele Organisationen haben die letzten Jahre damit verbracht,

  • Effizienz zu perfektionieren.
  • Kennzahlen zu polieren.
  • Prozesse zu beschleunigen. Prozesse zu automatisieren.

Und dabei etwas Entscheidendes verloren, nämlich Wirkung!

Sie haben optimiert,

  • wo sie hätten hinterfragen müssen.
  • Beschleunigt, wo sie hätten innehalten müssen.
  • Kontrolliert, wo Vertrauen gefragt gewesen wäre.

Heute stehen manche vor einem Scherbenhaufen.
Und noch immer glauben sie,

  • mit denselben Konzepten,
  • denselben Denkmustern,
  • denselben Management-Mythen

aus einer Lage herauszukommen, in die sie genau dieses Denken geführt hat.

Das ist nicht naiv.
Das ist verantwortungslos.

Verantwortungs­los, weil das Wissen längst da ist. Verantwortungs­los, weil die Methoden bekannt und bewährt sind.

Verantwortungslos, weil die Menschen vorhanden sind, die es braucht - mit Erfahrung und Urteilskraft - und dennoch systematisch ignoriert werden.

Diese Menschen Sie sind hier.
Die Lean-Community besteht aus Menschen,

  • die gelernt haben, Unsicherheit auszuhalten.
  • Komplexität zu denken.
  • Und Verantwortung nicht nach oben zu delegieren.

Menschen, die systemisch denken und pragmatisch handeln.

Die Wirkung über Status stellen. Und Lernen über Rechtfertigung.

Das Problem ist nicht, dass es keine Antworten gäbe.

Das Problem ist, dass viele Organisationen nicht bereit sind, die richtigen Fragen zuzulassen – geschweige denn zuzuhören.

Diese Tage hier auf dem LATC richten sich an diejenigen, die nicht hier sind.

An Verantwortungsträger:innen, die weiter optimieren, wo sie längst ein Richtungswechsel nötig wäre.

An Organisationen, die Effizienz verteidigen, während ihnen die Wirkung entgleitet.

An Führungskräfte, die Veränderung fordern, aber am eigenen Denken festhalten.

Mein Appell an sie ist einfach.
Und er ist unbequem:

Hören Sie zu.

  • Nicht auf Schlagworte.
  • Nicht auf Patentrezepte.

Sondern auf die Fragen, die hier auf dem LATC gestellt werden. Auf die Erfahrungen,
die bei dieser Veranstaltung geteilt werden. Auf das Wissen, das hier offen auf dem Tisch liegt.

Denn eines ist sicher:

Die Antworten, die wir suchen, liegen nicht dort, wo wir bisher gesucht haben. 

Sie entstehen dort, wo Menschen den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen – und ins Handeln zu kommen.

10 Jahre LeanAroundTheClock.

Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass wir heute hier stehen würden –
mit so vielen Menschen, mit so viel Energie, mit so viel Geschichte – ich hätte wahrscheinlich gelächelt. Und gesagt: „Träum weiter.“

Denn ehrlich gesagt:

  • Es gab nie ein Businessplan.
  • Es folgte keiner Marktanalyse.
  • Und es war nie die strategische Antwort auf irgendeinen Trend.

Es war eine verrückte Idee.

Die Idee, eine Veranstaltung zu machen, die sich nicht an Regeln hält. Die keine Hierarchien kennt.

Eine Veranstaltung die Speaker, Aussteller und Teilnehmende nicht trennt. Eine Veranstaltung in der nicht nur konsumiert wird – sondern gemeinsam gestaltet und gelernt wird.

Das LeanAroundTheClock sollte nie nur die Aneinanderreihung von Vorträgen sein. Das LATC sollte immer:

  • Ein Raum sein in dem man Fragen stellen darf
  • Ein Raum sein in dem man zweifeln darf
  • Ein Raum in dem man widersprechen darf

Viele haben gesagt:

  • das wird nicht funktionieren
  • das ist zu chaotisch
  • das ist nicht professionell genug

Vielleicht hatten sie recht – aber LeanAroundTheClock sollte nie perfekt sein. Es sollte echt sein!

10 Jahre LeanAroundTheClock war nur möglich, weil ihr alle Euch auf dieses Experiment eingelassen habt und all die Jahre die Veranstaltung mit Leben gefüllt habt. Dafür möchte ich Euch allen Danken!

Es mag sein das ich das Gesicht des LATC bin – die Wahrheit jedoch ist all das wäre nicht möglich ohne die Menschen im Hintergrund wie zum Beispiel

  • dem Toilettenpersonal
  • dem Garderobenpersonal
  • den Menschen vom Sicherheitsdienst
  • den Ton- und Bühnentechnikern
  • und all den anderen

Stellvertretend für alle diese Menschen bitte ich: Liv Schwarz und Angela Fuhr auf die Bühne!



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