Vorstellung Impulsgeber LeanBaseClub – Dr. Andreas Zeuch

Vorstellung Impulsgeber LeanBaseClub – Dr. Andreas Zeuch

Dr. Andreas Zeuch begleitet bei der Professionalisierung individueller EntscheidungsKompetenzen, organisationaler EntscheidungsKultur und des operativen EntscheidungsDesigns. Daraus entwickelte sich der Fokus „Unternehmensdemokratie“: Wie können Organisationen zum Vorteil für alle beteiligten „Arbeitgeber und -nehmer“ sowie alle weiteren Stakeholder demokratisch(er) organisiert werden?
Sein Doktorgrad „Dr. rer. soc.“ erlangte er 2003 mit meiner Dissertation zum Training professioneller Intuition.

#leanmagazin
am 13. 03. 2019 um 06:30 Uhr in LeanMagazin von Dr. Andreas Zeuch


New Work Leaderhip Heiße Luft oder wirklich etwas anderes?

Keine Frage, New Work dürfte im Rahmen der Auseinandersetzung um die Zukunft der Arbeit das meist benutzte Buzzword sein. Spätestens seit sich das hinter Xing stehende Unternehmen Xing SE allen Ernstes in die New Work SE umbenennen will, ist fraglich, ob Neue Arbeit überhaupt irgendeine ernsthafte Substanz hat. Insofern kann man durchaus berechtigt fragen, ob der Ausverkauf von New Work begonnen hat. Andererseits kann ich Euch, lieben Lesenden, versichern: New Work ist grundsätzlich sehr viel mehr, als nur irgend eine hippe Worthülse.

Der Begriff „Neue Arbeit“ wurde von 1980 bis 2004 vom österreichisch-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann entwickelt. 2004 veröffentlichte er sein umfassendes Konzept in seinem Buch „Neue Arbeit, Neue Kultur“. Dabei besteht Neue Arbeit aus drei Elementen:

  1. Reduktion der klassischen Erwerbsarbeit um ca. Die Hälfte.
  2. Arbeit, die man/frau wirklich wirklich will.
  3. High-Tech Eigenproduktion.

Die Essenz von New Work beschreibt Bergmann in seinem Buch unmissverständlich so: “… dass man selbst die Arbeit bestimmt.“ (S. 116). Heute fokussieren sich die meisten, die den Begriff New Work benutzen, auf die zweite Säule des Bergmannschen Konzepts, auf die Arbeit, die man wirklich wirklich will. Und damit sind wir natürlich auch im Rahmen formaler Arbeitsverträge bei Selbstbestimmung und (Selbst)Organisation. Und somit immer auch bei der Frage: Wie sieht in so einem Umfeld eigentlich Führung aus?

Was heißt dann Selbstorganisation und gar selbstbestimmte Arbeit? Das es keine Führung mehr gibt? Das alle alles selbst entscheiden? Oder das immer alle alles gemeinsam entscheiden, ganz und gar basisdemokratisch? Um es nicht unnötig hinauszuzögern: Nein, keineswegs. Ganz im Gegenteil: Neue Arbeit braucht sogar eine besonders starke Führung - allerdings in einem anderen Sinne als einem traditionellen Verständnis. Führung im Kontext Neuer Arbeit braucht nicht in erster Linie ein starkes Durchsetzungsvermögen, so wie es bis heute noch in Stellenanzeigen zu lesen ist. Schließlich soll nichts gegenüber anderen durchgesetzt werden. Schon gar nicht gegen deren möglicherweise schwerwiegende Einwände, die in der neuen Arbeitswelt ein wichtiger Hinweis sind, dass es vielleicht eine bessere Lösung gibt, als die aktuell angestrebte.

New Work heißt im Sinne selbstbestimmter Arbeit, die man und Frau wirklich wirklich will: Die Arbeit muss als sinnvoll erlebt werden. Nicht 24/7, aber mehr oder weniger, im Großen und Ganzen. Und das bedeutet: Anweisungen als Mittel, wenn ein Mitarbeiter mal wieder unliebsame Fragen stellt, warum das denn jetzt und so gemacht werden soll oder ob es überhaupt sinnvoll ist - diese disziplinarisch verankerte Notlösung sollte allmählich Schnee von gestern werden. Und das heißt vor allem: Kommunikation wird noch wichtiger als ehedem. Persepektivwechsel werden ein zentrales Vermögen sein, die Fähigkeit, sich in andere reinzuversetzen, das Ringen um gemeinsames Verständnis. Und all das erfolgreich zwischen den verschiedenen Akteuren im Unternehmen erfolgreich kommunizieren.

Aber das wäre ja nun nicht wirklich etwas anderes, oder? Wohl kaum. Nein, New Work Leadership zeichnet sich noch durch andere Eigenschaften aus - und über die werde ich im Rahmen meines gleichnamigen Vortrags „New Work Leadership“ berichten und mit allen Teilnehmenden gemeinsam darüber reflektieren. Ich würde mich freuen, die eine oder den anderen im November persönlich zu begrüßen.

Dr. Andreas Zeuch ist einer der Impulsgeber beim LeanBaseClub - mehr über den LeanBaseClub erfahren Sie hier www.leanbaseclub.de.


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