Und? Was treibt eigentlich Ihr Team?

Und? Was treibt eigentlich Ihr Team?

Die unterschätzte Wirkung von Prozess-Visualisierungen

Was macht eigentlich Scrum in komplexen Projekten so beliebt und erfolgreich?
Ich verrate es Ihnen direkt zum Einstieg: Es ist die Einbindung aller Beteiligten.
Jeder aktiviert seine persönlichen Kompetenzen und bringt sie gewinnbringend ein. Somit wird Verschwendung verringert.

#leanmagazin
am 22. 04. 2016 um 10:33 Uhr in LeanMagazin von Patrick Koglin


Alle tun das, was sie am besten können. Das führt zu erstklassigen Ergebnissen.

Die Führungsebene konzentriert sich potenziell auf die strategische Ausrichtung, der Kunde auf sein Business und das Team auf seine Arbeit.

Damit das im Systemkontext gelingt, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. Dies wird oftmals als schwierig beschrieben. Ist es aber nicht.

Die Voraussetzungen für erfolgreiche Projekte zu scha?en, ist einfach.

Der Fokus darf auf e?ziente Kommunikation und Prozessstabilität gelenkt werden. Dabei unterstützen Metriken und Visualisierungen. Der Artikel stellt konstruktive Vorgehensweisen aus Scrum-Projekten vor.

Darüber hinaus lernen Sie eine Möglichkeit kennen, wie ein Prozess bewertet werden kann. Der Artikel zeigt die Verwendung von Burndown-Charts zur Identifikation von Abweichungen. Sie geben Hinweise auf einen instabilen Prozess. Dahinter verstecken sich wesentliche Faktoren, um Kosten zu senken.

Beginnen wir mit dem ersten Schritt.

Wovon spricht ihr Team überhaupt oder worüber sollte es sprechen?

Egal ob Produktvision (Scrum) oder Nordstern (Lean). Alle Beteiligten benötigen eine gemeinsame Vorstellung vom Auftrag. Das ist essentiell zur Steigerung der Wertschöpfung. Aus einem derartigen Meta-Ziel ergeben sich Aufgaben-Prioritäten.

Das übergeordnete Ziel wird alle zwei oder vier Wochen aktualisiert. Darüber hinaus werden die dazugehörigen Aufgaben täglich visualisiert. Ein Beispiel dafür sehen Sie in der Grafik.

Alle Aufgaben werden in einer simplen Form niedergeschrieben, priorisiert und geschätzt. Der Fortschritt wird schließlich täglich vom Team aktualisiert und in der Produktpräsentation mit dem Kunden vorgestellt.

Damit diese Prozessabbildung nützt, sollte sie in einer gewissen Qualität vorliegen und einer Routine folgen. Das ist ein umfangreiches Thema für sich und daher nicht Bestandteil dieses Artikels. *)

Betrachten wir nun den zweiten Abschnitt dieses Artikels: Die Möglichkeit zur Fortschrittskontrolle.

Sie haben sowieso keine Sorge vor hohen Kosten.

Die oben gezeigte Darstellung liefert noch keine Aussage darüber, wie stabil der Prozess läuft. Er zeigt ebenfalls nicht, ob Einflussfaktoren den Erfolg eines Projektes gefährden oder große Abweichungen vorliegen. Dabei sind Instabilitäten die größten Auslöser für hohe Kosten. Denn, was vertraglich versprochen wird, muss geliefert werden. Alles andere schadet, sowohl finanziell als auch dem Ansehen.

Die Einhaltung von Zusagen, also Ihr Commitment ist entscheidend für die Reputation des Unternehmens.

Zur Identifikation von Abweichungen werden in Scrum-Projekten daher sogenannte Burndown-Charts verwendet. Sie werden täglich aktualisiert und zeigen, welche Arbeiten bereits erledigt wurden.

Der Optimalwert wird ebenfalls als Ideallinie eingezeichnet. Somit kann nach einem Sprint bewertet werden, wie erfolgreich und stabil die Arbeit verlief. Das ist die Grundlage für Verbesserungen.

Je nach dem Sprintergebnis wird erkennbar, ob die komplette Arbeit erledigt wurde (zweites Chart) oder noch Restarbeiten o?en sind (erstes Chart). Hohe Abweichungen von der Ideallinie deuten auf einen schlechten Prozess hin. Das Ziel zur Senkung der Kosten ist in einem solchen Fall die Stabilisierung. Die dazu notwendige Prozessanalyse bildet ein eigenes Kapitel für sich.

Zusammenfassung

In diesem Beitrag haben Sie ho?entlich einen ersten Eindruck erhalten, wie in Scrum-Projekten die visualisiert wird. Es wurde angedeutet, dass ein gemeinsames Bild die Grundlage für zielgerichtetes Arbeiten ist. Eine geteilte Vorstellung steigert die Beziehungsdichte im Team. Somit gelingen auch komplexe Projekten.

Darüber hinaus wurde eine Möglichkeit vorgestellt, wie mit dem Artefakt der Burndown-Charts aus Scrum die Stabilität eines Prozesses sichtbar gemacht wird. Instabilität deutet auf Verschwendung hin. Das können beispielsweise nicht verstandene Aufgaben, häufige Änderungen an den Prioritäten oder Schwankungen im Team sein.
Mit dem Prinzip „Inspect & Adapt“ (welches ebenfalls ein Kapitel für sich bildet *) kann hierbei die E?zienz gesteigert werden.

*) Weitere Informationen sowie visualisierte Artikel zu diesem Themenkomplex finden Sie im Blog von Patrick Koglin.


Kommentare

Bisher hat niemand einen Kommentar hinterlassen.

Kommentar schreiben

Melde Dich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Teilen

Ähnliche Inhalte

Hier findest Du weitere Inhalte zu dem von Dir gewählten Thema. Bei diesen Vorschlägen handelt es sich um eine Auswahl an Inhalten, welche wir insgesamt für Dich auf der LeanBase zur Verfügung stellen.

Die organisationale Transformation: So werden Sie zukunftssicher

Die organisationale Transformation: So werden Sie zukunftssicher

Beitrag auf LeanPublishing
am 20. 07. 2020 um 04:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Viele Unternehmen werden sich nach der Corona-Krise anders aufstellen müssen, um fit für eine noch ungewisse Zukunft zu sein. Sie brauchen mehr Agilität, mehr Flexibilität, mehr Dynamik – und neue,...

Chancen und Gefahren von Gamification (1)

Chancen und Gefahren von Gamification (1)

Beitrag auf LeanPublishing
am 08. 04. 2016 um 09:36 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Chancen und Gefahren von Gamification. Im ersten Teil werde ich mich mit den Chancen und im zweiten Teil mit den Gefahren und möglichen...

Aufruf von Daniela Röcker zum #LeanSolidaritätsFonds

Aufruf von Daniela Röcker zum #LeanSolidaritätsFonds

Podcast auf LeanPublishing
am 23. 03. 2020 um 11:00 Uhr
Kanal: LeanMagazin

Die Niederrheinerin in mir sagt „Et hätt no emmer joot jejange“, aber ganz ehrlich, ich weiß es auch nicht. […] Ich bin selbst Freiberuflerin, mein Mann Stefan ist ebenfalls Freiberufler und ganz...

#JanineFragtNach bei Martin Hoffmann

#JanineFragtNach bei Martin Hoffmann

Video-Beitrag und Podcast auf LeanPublishing
am 04. 11. 2018 um 09:36 Uhr
Kanal: LeanMagazin

#JanineFragtNach bei Martin Hoffmann, Geschäftsführer der ISEKI-Maschinen GmbH und mutiger Verfechter von Selbst- und Geschäftsprozessorganisation in seinem Betrieb in Osterath, nahe Düsseldorf.

#FiveQuestions an Stephan Löttgen

#FiveQuestions an Stephan Löttgen

Beitrag auf LeanPublishing
am 21. 02. 2020 um 04:30 Uhr
Kanal: LeanMagazin

#FiveQuestions about Lean Management an Stephan Löttgen, Leader of Lean Development bei der Stommel Haus GmbH

Das Wichtige zuerst ... Folge 152

Das Wichtige zuerst ... Folge 152

Podcast auf LeanPublishing
am 13. 08. 2019 um 05:30 Uhr
Kanal: Interview mit Dr. h.c. Any Nemo

oder ... "Homo errat quamdiu petit."

Arbeitsplatzanalyse

Eintrag im LeanLexicon
Vorstandssitzung - Folge 4

Vorstandssitzung - Folge 4

Podcast auf LeanPublishing
am 10. 06. 2018 um 15:00 Uhr
Kanal: Interview mit Dr. h.c. Any Nemo

Heute geht es ein Stockwerk höher, in die 125. Etage des Verwaltungsgebäudes von WMIA Inc. zur Vorstandssitzung des größten und mehr oder weniger erfolgreichsten Unternehmens...