Nischenpolitik

Nischenpolitik

Als John Doe von dem Konzept der Marktnische erfuhr, dachte er spontan an seine Idee ‚etwas für Schwerhörige zu kreieren‘. Ein Radio Programm zum Beispiel.
Es sollte etwas sein, das Zuhörer ganz alleine oder in kleinen Gruppen genießen könnten.
Dazu müsste es ohne ein Gerät oder Werkzeug auskommen.
Natürlich sollte zu jeder Tages- und Nachtzeit ein solches Programm die Hörer erfreuen und sie auch auf einer Welle  akustischen Wohlbefindens schweben lassen.

#leanmagazin
am 03. 08. 2016 um 19:55 Uhr in LeanMagazin von Gero F. Weber


Er machte sich daran die Nische wie folgt zu definieren:

Das Potential liegt bei über 5 Millionen Menschen in der BRD. Das ist eine große Zahl, aber zur Zielgruppendefinition zu pauschal. Zusätzliche Bedingungen: (1) akustisches Interesse des Zuhörers, (2) Leichtigkeit der Aus- und Anlieferung, (3) Verfügbarkeit rund um die Uhr, (4) eingeschränkter oder niedriger Geräuschpegel für die Anwender, (5) mäßiger Anteil an Sport bzw. Bewegung.
Nach einigem Nachdenken – in der Vorgehensweise eines Business Canvasses – kam er auf die Startup Idee eines Radio Programms: ‚Stepptanz für Schwerhörige‘.

Das muss ein Kassenschlager werden, dachte er in der letzten Phase bei der Erstellung seines Business Plans. Er begründete es auch: Schwerhörige sind oft alleine und freuen sich über Musik zur Abwechslung und Unterhaltung. Der Service ist geradezu kostenlos lieferbar. Durch Zuschüsse können ein Paar Schuhe preiswert angepasst werden – ein glatter Boden würde ausreichen und der Geräuschpegel wäre für die Nutzer kaum wahrnehmbar.

So waren bereits viele Nischenbedingungen erfüllt. Krankenkassen und Sozialämter wären sicher bereit, einen Zuschuss zu gewähren und (das war auch ein Ziel) ihre Werbung zu platzieren, natürlich gelte das auch für die Schuhmacher.

Voller Freude und Elan machte er sich auf, das Konzept verschiedenen Sendern zu verkaufen und bei den Krankenkassen vorzusprechen – ganz nach Plan. Nach ca. vier Wochen der intensiven Marktbearbeitung hatte er nur ungläubige Blicke, müdes Lächeln und kalte Schultern geerntet. Keiner der potentiellen Kunden sprang auf, die Nutzer hatten noch nicht mal einen Prototyp zu hören bekommen.

Irgendetwas musste er übersehen haben.


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