Lean Lab in der Pharmazeutischen Industrie

Lean Lab in der Pharmazeutischen Industrie

Strukturelle Veränderungen im globalen Wettbewerb, Innovationsdruck, Patentabläufe und der zunehmende Kostendruck sind für die Mehrzahl der pharmazeutischen Unternehmen prägend. Doch der notwendige Wandel geht mit „lästigen“ Begleitern einher – die stetig wachsenden Anforderungen bei der Einhaltung von Vorschriften, bei der Compliance und der allgegenwärtigen Dokumentation. Höchste Qualität, ihre Dokumentation, die strikte Einhaltung von Compliance und der GMP gelten als nötiger, aber gleichzeitig auch als limitierender Faktor beim Effizienzstreben und der Notwendigkeit weitere Kosten zu reduzieren.

#leanmagazin
am 17. 02. 2021 um 08:00 Uhr in LeanMagazin von Eckhard Grethlein & Dr. Martin Feldmann


Der Effizienzgedanke im Labor wird dabei oftmals nur zweitrangig betrachtet

Im Fokus steht die Erfüllung der strengen, regulatorischen Anforderungen. Die Frage, ob man sie aber effizient und effektiv erfüllt, wird nur selten gestellt. Dabei bestimmt die Qualitätskontrolle und -sicherung heute wesentlich die pharmazeutische Wertschöpfung und die Gesamt-Performance in den Unternehmen.
Werden z.B. zugesagte Termine im Labor nicht gehalten, Durchlaufzeiten überschritten, übersteigt der volatile Arbeitsanfall die Kapazität in den Laboren, so wird die Qualitätskontrolle schnell zum Bottleneck für die ganze Wertschöpfungskette. Dann ist es höchste Zeit, sich mit Lean Konzepten auch in den Laboren intensiv zu beschäftigen.

Verschwendung vermeiden, Flussprinzipien einführen, Transparenz erreichen. Die Qualitätskontrolle und -sicherung folgt hier den gleichen Lean-Zielen wie beispielsweise die Produktion. Allerdings sind die Abläufe nicht vergleichbar. So ist beispielsweise ein „One-piece-flow“ oft per se unwirtschaftlich und besondere Regeln wie z.B. eine streng dokumentierte Vier-Augenkontrolle komplizieren die interne Organisation.

Wir müssen daher unsere Lean Ansätze differenzierter betrachten, um einerseits Komplexität auch im Labor zu verringern und anderseits die Gesamt-Performance weiter zu verbessern.

Lean Lab

In unserem Vortrag zeigen wir, welche Aspekte und Besonderheiten bei der Anwendung des Lean Gedankens in den Laboren berücksichtigt werden sollten. An Projektbeispielen ist der Weg der Mitarbeiter vom Erkennen der Verschwendung hin zu eigenständig entwickelten und optimierten Laborprozessen und ihrer Planung beschrieben.

Wir haben in zahlreichen Laborprojekten gesehen, dass – trotzt umfangreicher Regularien – die Lean Prinzipien auch in den Laboren hervorragend funktionieren. Das Lean Lab bietet daher Chancen, die Effizienz und Zuverlässigkeit der Labore zu erhöhen und gleichzeitig durch eine gesamtheitlich und pharmaspezifische Wertstrombetrachtung die Performance des Unternehmens zu steigern.


Kommentare

Ralf Volkmer
Ralf Volkmer, vor 1 Woche
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