Escape the Room Games im Personalbereich

Escape the Room Games im Personalbereich

Vor ein paar Monaten habe ich mich in zwei Beiträgen mit den Chancen und Gefahren von Gamification beschäftigt. Gamification ist der Prozess, Techniken aus der Spielentwicklung in unseren Alltag zu übertragen und diesen dadurch zu bereichern.
In diesem Beitrag werde ich nun speziell auf „Escape the Room Games“ eingehen und zeigen, wie diese als Bereicherung in der Personalarbeit dienen können.

#leanmagazin
am 25. 01. 2017 um 14:51 Uhr in LeanMagazin von Dr. Thomas Zabrodsky


Was ist das Ziel eines Escape the Room Game?

Zu Beginn wird eine Gruppe in einen Raum eingesperrt, aus welchem sie innerhalb von einer Stunde entkommen muss. Der rettende Schlüssel ist dabei hinter einer Reihe von verschiedenen miteinander verbundenen Rätseln versteckt. Die Rätsel selbst müssen dazu erst aus verschiedenen Hinweisen im Raum zusammengesucht werden. In den meisten Fällen wird eine Runde von einem Spielleiter begleitet, der selbst Hinweise geben kann bzw. hilfreich eingreift, falls eine Gruppe gar nicht mehr weiterkommt.

Ein erfolgreiches Entfliehen setzt drei Schritte voraus. Den Raum auf Hinweise durchsuchen. Die Hinweise zu Rätseln kombinieren. Die Rätsel lösen. Die Aufgabenteilung bringt es mit sich, dass den verschiedenen Teilnehmern unterschiedliche Rollen innerhalb der Gruppe zufallen. Jeder kann sich je nach seinen Talenten (Erfahrungen, Kompetenzen) einbringen. Die Sucher haben das Ziel, möglichst schnell alle Hinweise zu finden. Die Koordinatoren haben die Aufgabe, die verschiedenen Informationen und Wissensstände der Gruppe sinnvoll zusammenzuführen. Die Rätsellöser knobeln an den Fragestellungen. Bei einem „Escape the Room Game“ geht es damit nicht nur um das Lösen von Rätseln, sondern es werden auch die kooperativen Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer offengelegt. Erst ein gutes Zusammenspiel der Gruppenmitglieder ermöglicht ein Entkommen aus dem Raum.

In der Beobachtung bzw. dem Training dieses Zusammenspiel kann nun der Mehrwert der „Escape the Room Games“ für die Personalarbeit liegen. Wie agieren Gruppen unter Zeitdruck? Wer füllt welche Rolle wie aus? Welche Art von Kommunikation funktioniert? Wo bricht die Kommunikation ab? Schätzen sich die Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten realistisch ein? Hält sich jemand fälschlich für einen großen Kommunikator? Wer arbeitet besser alleine? Wer arbeitet mit wem gut zusammen? Welche Mindsets haben die verschiedenen Personen, wenn unerwartete Schwierigkeiten auftreten?

Anders ausgedrückt, können „Escape the Room Games“ einen Blick auf die Funktionsweise von Teams liefern und mögliche Ansatzpunkte für die Personalentwicklung geben. Wo liegen zum Beispiel mögliche Führungspotenziale brach oder was kann für die Zusammenstellung von zukünftigen Projektteams gelernt werden? Wie fühlt sich gemeinsamer Erfolg an?

Escape the Room Games  sind kein Allheilmittel der Zukunft.

Ihre Planung und Durchführung kostet Zeit und Ressourcen, die im Verhältnis stehen müssen. Ebenso gilt zu beachten, was ich bereits in meinen Beiträgen zu Chancen und Gefahren von Gamification versucht habe zu zeigen. Gamification erschöpft sich nicht in der bloßen Einführung von leistungssteigernden Instrumenten, sondern setzt die Etablierung eines ganzheitlichen Prozesses voraus, der in die Unternehmenskultur integriert sein muss.

D.h. „Escape the Room Games“ können als unterstützendes Instrument aufschlussreiche Einblicke in Teamabläufe und auf Mitarbeiterverhalten gewähren, wenn sie in ein dementsprechendes Gesamtkonzept eingebettet sind. Die gewonnenen Einblicke dienen dann als wertvolle Basis für die Personalarbeit.


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