Unfehlbar! ... Folge 171

Unfehlbar! ... Folge 171

oder ... "Quae volumus, credimus libenter."

#WMIA
Podcast, am 14. 01. 2020 um 05:30 Uhr in Interview mit Dr. h.c. Any Nemo von Kurt August Hermann Steffenhagen


Zum Jahresschluss werden ja Preise vergeben … "Man oft he Year" zum Beispiel oder "Auf dieses Unternehmen sollten Sie schauen" und ähnliches Konfetti.
Der CEO des größten Unternehmens der Welt, Herr Dr. h.c. Any Nemo ist natürlich auch in diesem Jubelreigen zu finden.

Die Jahresendzeitgirlanden im Vorstandsbüro sind schon leicht angewelkt. Nemo hat zum NewYear-Take-Off-Meeting in sein Büro geladen. Seinen Platz bescheint die beneidenswerte Sonne von Los Straneros. Der Rauch seiner Early-Morning-Havanna spielt mit dem Licht.

Interviewer: "Herr Dr. Nemo, angesichts Ihrer Erfolge könnte man meinen, Sie seien in Ihren Entscheidungen unfehlbar."

Nemo: "Na ja, sagen wir mal so … ich bin ziemlich erfolgreich."

Der Mönch Andrea rückt seinen Sessel näher an Nemo in die Sonne.

Andrea: "Der Erfolg verleitet dazu, zu glauben, man sein erfolgreich. Dabei zeigt er nur einen Aspekt der Ergebnisse des Handelns und vielleicht sogar nicht den wesentlichen ..."

Nemo: "Was ist schon wesentlich. Es zählt der Erfolg und den messen wir in Zahlen und am Aktienkurs. Diese Zahlen lassen keinen Zweifel zu!"

Der Bruder Nemos, Umbra, der Olivenbauer und Fan des Fußballs schmunzelt.

Umbra: "Bist Du Dir darüber sicher?"

Nemo: "Klar doch!"

Umbra: "Der einzige Mensch auf der Welt, dessen Entscheidung und Bewertung des Geschehens unfehlbar war, war der Fußballschiedsrichter … Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Basta! Unfehlbar und unangreifbar!"

Interviewer: "Also, Dr. Nemo, Butter bei die Fische … sind Sie unfehlbar?"

Diese bohrende Frage, deren positive Antwort man ja aller Erfahrung nach den Großen dieser Welt unterstellen kann, wird explizit natürlich nie beantwortet … aber weiter im Text.

Andrea: "Der einzige Mensch, der unfehlbar ist, ist der Papst … Jedenfalls wurde das so im vorvorigen Jahrhundert im Konzil beschlossen."

Fortunata, die auch im neuen Jahr das Zigarettenrauchen nicht aufgegeben hat, bemerkt:

"Der Anspruch auf Absolutheit, die einer Person zugeschrieben wird, hat Geschichte. "L' état c'est moi" hat schon Ludwig XIV. gesagt.
Nemo, Du befändest Dich in bester Gesellschaft absoluter Unfehlbarkeit."

Nemo ist klug genug, nicht auf diese Bemerkung einzugehen, das wäre denn doch zu sehr politisches Glatteis.

Fortunata: "… und außerdem gab es wirklich die Unfehlbarkeit!"

Nemo: "Wer soll das sein?"

Fortunata: "Das Orakel von Delphi!"

Die Frage nach der Unfehlbarkeit steht im Raum. Eigentlich sind das philosophische Gefilde, ein Gebiet, das man im Management oft nur dem Namen nach kennt, aber an einem sonnigen Morgen in Los Straneros gibt man sich dem wohlwollend hin.

Es wurden noch weitere Zitate aus der Geschichte der Menschheit bemüht, die es nicht lohnt, hier weiter auszuführen. Sie sind Makulatur, vergessen und vor allem nicht beachtet. Aber das ist ein anderes Thema.

Und dann ist da noch Elvira, die gestaltgewordene Absolutheit weiblicher Schönheit … was sie allerdings von sich selber nie behaupten würde …

Elvira: "Die Anmaßung der Unfehlbarkeit ist wie ein Kleid, das doch die Nacktheit nicht verhüllt."

Nemo muss wie üblich zum nächsten Termin.

Der Interviewer nimmt mit Elvira in der Bar von WMIA noch einen Apero.

Elvira: "Jetzt, wo wir unter uns sind und uns keiner zuhört … Ich pfeife auf Unfehlbarkeit, mir ist das Gefühl von Unendlichkeit näher ..."

Was sie damit meint, sei jedem selber überlassen.

Wie es weitergeht bei WMIA Incorporated und ob Dr. Nemo nicht doch unfehlbar ist, werden wir - wie immer - an den nächsten Dienstagen erfahren ...


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