Im Dienste der Menschheit ... Folge 161

Im Dienste der Menschheit ... Folge 161

oder ... "Et nisi mortui sunt ..."

#WMIA
Podcast, am 15. 10. 2019 um 05:30 Uhr in Interview mit Dr. h.c. Any Nemo von Kurt Stffenhagen


Auch bei WMIA Incorporated gibt es einen Kinderhort. Die lieben Kleinen werden gut versorgt.
Der Interviewer wirft mit Dr. h.c. Any Nemo, der ganz stolz auf diese Institution ist, einen Blick in einen der Räume, die meist mit schönen, bunten und naiv direkt auf die Wände gemalten Bildern geschmückt sind.
Es ist gerade Märchenstunde ...

Die Kindergärtnerin liest aus dem Märchen „Rotkäppchen und der Wolf“ vor: „Großmutter, was hast du für große Ohren?“ fragte Rotkäppchen. „Damit ich dich besser hören kann“, antwortete der Wolf. „Großmutter, was hast du für große Augen? Damit ich dich besser sehen kann!“, war die Antwort.
„Großmutter, was hast du für große Hände? Damit ich dich besser packen kann! Und was hast du für ein entsetzlich großes Maul?! Damit ich dich besser fressen kann!“

Nemo: „Niedlich, die Kleinen und wie brav sie zuhören.“

Interviewer: „Märchen beschreiben mit den Mitteln der Poesie, des fantastisch Verfremdeten ja die Wirklichkeit, oder?“

Nemo: „Die Wirklichkeit ist ja nun keine Märchenstunde!“

Interviewer: „Vielleicht ja doch und WMIA ist die Erzählerin.“

Nemo runzelt die Stirn: „WMIA erzählt keine Märchen und unsere Kunden sind doch nicht auf dem intellektuellen Niveau von Kindern.“

Nemos Handy klingelt und während des kurzen Gesprächs wechselt die Gesichtsfarbe Nemos in der Reihenfolge eines Kindermalkastens mit der Betonung auf Rot, nein Grün, nein Grau … ist ja auch egal.

Man eilt ins Vorstandsbüro und dass der Interviewer an den folgenden Geschehnissen teilnehmen konnte, ist wohl der ziemlichen Aufregung in dieser Situation geschuldet.

Elvira erwartet Nemo und drückt ihm eine Mail in die Hand.

Apropos Elvira … im Moment gibt es allerdings Wichtigeres als die Beschreibung dieses wie aus einem Märchen entsprungenen weiblichen Wesens … oder? Na ja, …

Nemo: „Dottore Vuoto sofort in mein Büro!“

Dottore Vuoto ist übrigens der Kommunikationschef und macht seinem Namen alle Ehre.

Interviewer: „Was ist passiert?“

Elvira: „Unsere Pharmaunternehmen haben den Slogan „Im Dienste der Menschheit“. Ein Whistleblower hat ausgeplaudert, dass wir den Begriff und damit die Krankheit „Männergrippe“ erfunden haben, um den Umsatz der Unternehmen zu steigern.“

Interviewer: „Aber die Männergrippe ist doch ein Märchen!“

Nemo: „Ist doch egal, die Menschen glauben daran und kaufen unsere Produkte. Wenn das Märchen offenbar wird, ist der Umsatz flöten …“

Vuoto eilt herbei.

Vuoto: „Ich habe bereits die Gutachten von 500 Wissenschaftlern veröffentlichen lassen. Alle sagen, dass die Männergrippe tatsächlich existiert. Zudem haben zehntausende Frauen in der weltweit führenden Zeitschrift „Sciocco“ diese Krankheit bestätigt.“

Interviewer: „Und damit ist alles vom Tisch?“

Vuoto: „Ja, Menschen brauchen eben Märchen …“

Andrea, der bislang still dem Treiben zugeschaut hat: „Nemo, Ihr steht im Dienste der Menschheit?“

Vuoto: „Ja, sicher!“

Übrigens der Herr Vuoto ist ein typischer Vertreter der Auffassung, dass Unsinn je öfter er erzählt wird, zur Wahrheit wird. Da ist ja was dran.

Andrea: „Ihr schmückt oder besser verkleidet Euch als Retter der Menschheit und in Wirklichkeit geht es doch nur um das Eine …“

Nemo: „Was dachtest Du denn. Wir brauchen Krankheiten, damit wir Geschäfte machen.“

Nemo muss zum nächsten Termin.

Elvira geht mit dem Interviewer zum Fahrstuhl.

Interviewer: „Elvira, warum hast Du nur so schöne Augen?“

Elvira: „Bist Du jetzt Rotkäppchen?“

Wie es weitergeht mit den märchenhaften Umsätzen bei WMIA erfahren wir - wie immer - am nächsten Dienstag ...


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