Das Feuer bei WMIA Incorporated - Folge 69

Das Feuer bei WMIA Incorporated - Folge 69

Es geht heute im Interview ums Feuer, die Kraft, die WMIA Incorporated vorantreibt. Die Flamme, die brennt, die wie es auf einer Tafel im Foyer des Verwaltungsgebäudes heißt, weitergegeben wird und die ewig am Leben gehalten werden soll.
Feuer ist ja etwas Gewaltiges, gewaltig und gefräßig wie das größte Unternehmen der Welt WMIA Incorporated ...

#WMIA
Podcast, am 10. 06. 2018 um 16:47 Uhr in Interview mit Dr. h.c. Any Nemo von Kurt August Herrmann Steffenhagen


„Feuer als solches ist eigentlich banal. Es brennt eben. Erst in seiner übertragenen Bedeutung ist da richtig Feuer …“, denkt der Interviewer.

Elvira, die schöne Assistentin des Dr. Nemo empfängt den Interviewer und es ist schon fast eine Koinzidenz der Ereignisse, dass sie ein knallrotes, feuerrotes enganliegendes Kleid mit langen, die Augen des Betrachters verführenden seitlichen Schlitzen trägt. Apropos … das eigentliche Feuer ist in ihren Augen und … na ja, wie schon öfter bemerkt, wollen wir das hier nicht vertiefen.

Dr. Nemo raucht seine Morgenzigarre, die standesgemäße Marke „Cohiba“, jene, die einst als Geschenk Fidel Castros den Oberhäuptern dieser Welt vorbehalten war und nimmt dem Interviewer gegenüber auf der braunen Ledercoach Platz. Elvira sitzt wie immer auf ihrem Lieblingsplatz, der Fensterbank mit Blick auf alle sieben Weltmeere.

Interviewer: „Wenn sie in die Geschichte Ihres Unternehmens schauen … war das nicht oft ein Spiel mit dem Feuer, Ihre Investitionen, der Mut?“

Dr. Nemo, der sichtlich, wie man an seinen aufblitzenden Augen sehen konnte, geschmeichelt war, gefällt diese Sichtweise mit dem Feuer: „Ja, es war ein Spiel letzten Endes, ein Spiel mit dem Feuer.“

Interviewer: „Und? Haben sie es gewonnen, das Feuer gezähmt?“

Nemo: „Eine Zeitlang war es so. Wir haben ein Feuer für unsere Produkte entfacht. Immer mehr fraß es sich in die Menschen hinein. Wir haben Bedürfnisse geweckt, die es vorher nicht gab und das funktioniert auch heute noch gut.“

Dem Interviewer entging nicht, dass Nemo die Betonung auf das „noch“ setzte und der Jubel nicht so feurig war, wie man angesichts der Erfolgszahlen annehmen sollte. So hakt er nach.

Interviewer: „Eigentlich ist es doch erfreulich, dass die Feuer von WMIA Incorporated brennen!“

Nemo: „Das gilt nur auf den ersten Blick. Sicher, wir haben viel gewonnen und viel verdient. Nur, mein Herr, das Feuer ist heute größer als wir, größer als WMIA Incorporated.“

Interviewer: „Was heißt das?“

Nemo: „Früher haben wir gezündelt, heute überrennt uns das Feuer.“

Interviewer: „Das heißt, Sie haben die Kontrolle verloren …“

Nemo: „Sehen sie, wir wollten immer mehr und unsere Aktionäre wollen das auch.“

Interviewer: „Das liegt im System!“

Nemo: „Welches System?“

Interviewer: „Na, der Markt, das Zusammenspiel aller Akteure, die Komplexität…“

Nemo: „Ja, ja … Kennen Sie Schillers Gedicht von der Glocke?“

Interviewer: „Ja klar.“

Nemo: „Dann hören Sie mal diese Zeilen:

Wehe, wenn sie losgelassen,
wachsend ohne Widerstand
durch die volkbelebten Gassen
wälzt den ungeheuren Brand!
Alles rennet, rettet, flüchtet,
Hoffnungslos
weicht der Mensch der Götterstärke;
müßig sieht er seine Werke
und bewundernd untergehn.
Leergebrannt
ist die Stätte,
wilder Stürme rauhes Bette.
In den öden Fensterhöhlen
wohnt das Grauen,
und des Himmels Wolken schauen
hoch hinein.

Interviewer: „Mag sein, dass sie zutrifft, diese Metapher, aber you are too big to fail.“

Nemo: „Ist das wirklich so?“

Elvira steht von der Fensterbank auf, tritt vor die beiden Herren, die ja gerade die Apokalypse an die Wand malten und mit diesem unbeschreiblichen sanften Gesichtsausdruck, der eigentlich ihre Schönheit ausmacht, sagt sie: „Wenn Sie das Gedicht weiterlesen, finden Sie …

Einen Blick
nach dem Grabe
seiner Habe
sendet noch der Mensch zurück –
greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
ein süßer Trost ist ihm geblieben;
er zählt die Häupter seiner Lieben,
und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.

Wie immer muss Dr. Nemo zum nächsten Termin. Elvira begleitet den Interviewer zum Fahrstuhl.

Interviewer: „Was sollte das mit der Poesie und Schillers Glocke?“

Elvira: „Unterschätzen Sie Nemo nicht …“

Was das nun bedeutet, erfahren wir am nächsten Dienstag …


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