
5 Fragen an…
5 Fragen an… Thomas Rittler
An dieser Stelle möchten wir unsere Mitglieder des Six Sigma Clubs zu Wort kommen lassen. Sie berichten über Ihren Weg, sprechen über aktuelle Herausforderungen und geben wertvolle Hinweise. Heute mit Thomas Rittler, Technology Expert aus der Steuerungs- und Automatisierungsbranche.
1. Wie bist du zum Qualitätswesen gekommen?
Meiner erste Begegnung mit dem "Qualitätswesen" war meine Studienarbeit. Es ging um Messmittelfähigkeit. Etwa fünf Jahre später durfte ich an einer Six Sigma für Testing teilnehmen. Messmittelfähigkeit, Statistische Versuchsplanung usw. Das hat mich nachhaltig getroffen. Ein paar Jahre später, wurde das Thema dann zu "meinem" Thema. Aber nicht als Qualitäter sondern als Methodenspezialist für statistische Versuchsmethoden und Zuverlässigkeit in einem Zentralbereich.
2. Was sind die größten Herausforderungen in deiner Branche aktuell – und wie betrifft das das Qualitätsmanagement?
Eine der größten Herausforderungen ist die allgemeine wirtschaftliche Lage und alles was damit zusammenhängt. Parallel dazu gibt es disruptive Änderungen wie z.B. Künstliche Intelligenz und Elektromobilität. In diesem Umfeld müssen wir die bessere Nutzung von Daten stärken. Die eigentliche Herausforderung ist es aber, in diesem Umfeld innovative Produkte zu entwickeln und echten Kundennutzen auch in Form von Dienstleistung zu generieren. Natürlich schneller als bisher.
3. Welche Themen treiben dich aktuell im Qualitätsbereich besonders um?
Natürlich ist eines der Themen die künstliche Intelligenz. Allerdings nicht im Sinne eines oft angepriesenen Heilsbringers, sondern als weiteres Werkzeug um Prozesse zu optimieren, Fehlerursachen zu finden und so weiter. In letzter Konsequenz treibt mich die Frage um: Welches Problem wollen wir lösen und was sind dafür die geeignetsten Werkzeuge. Oder vereinfacht gesagt: Wenn ich 1000 Stunden zur Verfügung habe, wo setze ich diese Stunden bestmöglich ein?
4. Welche Methoden, Denkansätze oder Werkzeuge helfen dir dabei, Qualität in deinem Umfeld wirklich zu sichern oder weiterzuentwickeln?
Six Sigma ist für mich Teil eines prall gefüllter Werkzeugkastens. Ich nutze in der täglichen Arbeit regelmäßig einfache Darstellungen wie zum Beispiel gruppierte Fehlerbalkendiagramme. Auch mit einer klassischen MSA Typ 1 lassen sich vielfach schon Probleme klären. Für mich ist es das wichtigste, das eigentliche Problem zu identifizieren und dabei auch bereits vorhandene Daten zu nutzen. Wenn man das Problem verstanden hat, findet man schneller eine passende Lösung.
5. Und zum Schluss: Was würdest du jungen Menschen raten, die heute ins Qualitätswesen einsteigen möchten?
Lernt die Basics. 😊Kommt zum Kern der Probleme. Geht methodisch vor, nutzt (geeignete) Daten an Stelle von Bauchgefühl. Letzen Endes ist der Blick über den Tellerrand nicht nur eine Erweiterung vom Horizont, sondern eine gute Chance, hinter ein Problem zu schauen. In anderen Worten: Bleibt neugierig und offen. Pflegt euer Handwerkszeug. Statistik ist mehr als nur der Mittelwert.
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