
Realität ist Interpretation
Georgiy Michailov trifft Dr. Rebecca Böhme
Über den Nocebo-Effekt, mentale Autonomie und Medienmanipulation.
„Wir leben in einer Simulation unserer eigenen Erwartungen.“
Unsere Welt wirkt real und doch ist sie es oft nicht. Filter, soziale Medien und emotionale Schlagzeilen verzerren, was wir sehen, fühlen und glauben. Was als objektive Realität erscheint, ist häufig das Ergebnis von Erwartungen, Erfahrungen und gezielter Einflussnahme. Dr. Rebecca Böhme, Neurowissenschaftlerin und Autorin, erklärt, wie unser Gehirn permanent Modelle der Wirklichkeit konstruiert: basierend auf Erfahrungen, Prägungen und äußeren Reizen.
„Das Gehirn ist kein neutraler Beobachter, sondern ein Vorhersageorgan.“
Sie zeigt, warum wir anfällig für Manipulation sind, wie Confirmation Bias unser Denken verzerrt und weshalb wir oft eher unsere Erwartungen bestätigen als die Realität erkennen. Gleichzeitig macht sie deutlich: Wer versteht, wie das eigene Gehirn funktioniert, gewinnt Selbstwirksamkeit und mentale Autonomie zurück. In dieser Folge spricht Georgiy Michailov mit Dr. Rebecca Böhme außerdem darüber, wie Framing und Priming unsere Entscheidungen beeinflussen, warum Social Media unser Selbstbild verzerrt und welche Rolle Placebo- und Nocebo-Effekte spielen.

Dr. Rebecca Böhme
Dr. Rebecca Böhme ist Associate Professorin und Dozentin am Zentrum für soziale und affektive Neurowissenschaften in Linköping, Schweden. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Entstehung des Selbst, der Verbindung zwischen Mensch und Umwelt sowie den Veränderungen des Selbst bei psychiatrischen Störungen. Dabei arbeitet sie interdisziplinär mit Verhaltensmessungen, funktioneller Bildgebung des Gehirns und psychedelischen Interventionen. Ihre wissenschaftliche Arbeit wird durch renommierte Institutionen wie den European Research Council, Vetenskapsrådet und weitere Förderprogramme unterstützt. Für ihre Promotion an der Charité in Berlin wurde sie mit dem „For Women in Science“-Preis ausgezeichnet.

The Power of the Mind
Dr. Rebecca Böhmes Buch zeigt, wie wir in einer zunehmend komplexen Welt wieder Orientierung, Halt und Identität finden können. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass unser Gehirn keine objektive Realität abbildet, sondern fortlaufend Modelle konstruiert – geprägt von Erfahrungen, Erwartungen und äußeren Einflüssen. Wer diese Mechanismen versteht, kann bewusster denken und handeln. Gleichzeitig betont Böhme, dass ein verändertes Mindset allein nicht genügt. Zu stark wirken Faktoren wie Biografie, Umwelt und gesellschaftliche Entwicklungen auf uns ein. Entscheidend ist daher die Entwicklung mentaler Autonomie: die Fähigkeit, die eigene Wahrnehmung zu reflektieren, Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und sich nicht von äußeren Einflüssen treiben zu lassen.
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#JanineFragtNach bei Andreas Alberstadt
#JanineFragtNach bei Andreas Alberstadt, Geschäftsführer bei der W.F. Kaiser & Co. GmbH und Speaker auf dem #LATC2018 zum Thema "Lean vs. Planwirtschaft".





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