
Politik in Selbstblockade
Georgiy Michailov trifft Prof. Dr. Frank Trentmann
Über historische Muster, fehlenden Mut und den Vormarsch der AfD
„Mit etwas Mut, Kreativität und Einsatz können wir den Lauf der Geschichte ändern.“
Viele Menschen in Deutschland spüren aktuell eine Schwere. Die Stimmung ist angespannt, das Vertrauen in die Politik bröckelt, das Land wirkt wie gelähmt. Probleme wie die Rentenkrise, Innovationsstau oder die Migrationsfrage werden eher verschoben als gelöst. Und trotzdem: Veränderung ist dringend nötig. Doch warum fällt es so schwer, sie auch umzusetzen? Welche historischen Muster blockieren unser Denken – und wie kommen wir aus der selbst geschaffenen Starre heraus?
„Veränderung wird in Deutschland oft nur als Verlust betrachtet.“
Prof. Dr. Frank Trentmann ist einer der renommiertesten Historiker Europas. In seinem aktuellen Buch analysiert er die politischen und gesellschaftlichen Blockaden der Bundesrepublik – und blickt dabei mit historischem Tiefgang auf die Herausforderungen der Gegenwart. Im Gespräch mit Georgiy Michailov ordnet er die Lage ein: Warum das Land an Vorstellungskraft verliert und weshalb andere europäische Staaten oft weiter sind. Außerdem sprechen die beiden über die Rolle der Migration in der Geschichte, warum Deutschland bei Innovationen zurückfällt und wovon die AfD in Deutschland derzeit profitiert.

Prof. Dr. Frank Trentmann
Prof. Dr. Frank Trentmann ist ein deutscher Historiker und Professor für Geschichte am Birkbeck College der Universität London. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Geschichte des Konsums sowie verwandten Feldern der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte. Er studierte Medizin und Geschichte an der Universität Hamburg, erwarb einen Bachelor an der London School of Economics und Master- sowie Ph.D.-Grade an der Harvard University, wo er auch promovierte. Im Verlauf seiner akademischen Laufbahn lehrte er unter anderem an der Princeton University und der Universität Bielefeld und war Fernand-Braudel-Senior Fellow am Europäischen Hochschulinstitut. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Humboldt-Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung sowie den Bochumer Historikerpreis.

Die blockierte Republik
In “Die blockierte Republik” untersucht der deutsch-britische Historiker Prof. Dr. Frank Trentmann die aktuelle Lage Deutschlands vor dem Hintergrund von Populismus, Migration, wirtschaftlichen Herausforderungen und Krieg. Er fragt, wie das Land in seine gegenwärtige Krise geraten ist und welche Wege herausführen können. Dabei verbindet Trentmann historische Analyse mit einem vergleichenden Blick über nationale Grenzen hinweg und beleuchtet Stärken und Schwächen von Demokratie, Wirtschaft und deutscher Erinnerungskultur. Er zeigt auf, dass Alterung der Gesellschaft und Migration gemeinsam gedacht werden müssen und dass sowohl im Osten als auch im Westen verzerrte Realitätsbilder aus DDR und Bundesrepublik zur heutigen Polarisierung beitragen. Zugleich richtet er den Blick nach vorn und betont die Chancen für Veränderungen. Sein Fazit ist ernst, aber zuversichtlich: Die Lage ist nicht aussichtslos, wenn Mut zu Reformen, mehr Pragmatismus und ein grundlegendes Umdenken zusammenkommen.
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