Kaizen 2 go 385 : Selbststeuerungsprozess

Kaizen 2 go 385 : Selbststeuerungsprozess

Fragestellungen in der Unterhaltung mit Jürgen Lauber: Was verstehst Du unter Selbststeuerungsprozess? Für wen ist dieser Prozess relevant, d.h. wer und auch was wird da gesteuert? Was sind typische Indizien dafür, dass der Selbststeuerungsprozess hakt oder klemmt? Wie erkennt man einen guten Selbststeuerungsprozess? Welche Auswirkungen (positive wie negativ) können sich auf dritte Personen ergeben? Was sind typische Herausforderungen, die sich ergeben können? Welche Probleme können entstehen, wenn man das Thema insgesamt unterschätzt? Was sind mögliche Folgen, wenn man es übertreibt? Welche Rolle spielt Kaizen im Selbststeuerungsprozess, welche Wechselwirkungen ergeben sich zu klassischem Lean, was kann man von dort übernehmen bzw. wie kann Lean profitieren, wenn man einen guten Selbststeuerungsprozess fährt? Wo kann man mehr über den Selbststeuerungsprozess und seine Mechanismen erfahren?

25. März 2026 um 09:21 Uhr von Götz Müller


Das Transkript der Episode ist hier verfügbar.

Kaizen 2 go 385 : Selbststeuerungsprozess

KI-generierte Zusammenfassung des Transkripts

In dieser Episode spricht Götz Müller mit Jürgen Lauber über den Selbststeuerungsprozess und dessen Bedeutung für Menschen, die überwiegend geistige Arbeit leisten. Jürgen Lauber beschreibt seinen eigenen beruflichen Hintergrund als langjähriger Industrie-CEO und erläutert, wie er sich nach seiner aktiven Karriere intensiv mit der Verbesserung von Selbststeuerung beschäftigt hat. Sein zentrales Anliegen ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihr Denken und Handeln bewusster und zielgerichteter auszurichten, um sowohl beruflich als auch persönlich langfristig ein gutes Gefühl zu erreichen.

Zu Beginn klärt Jürgen Lauber, was er unter einem Selbststeuerungsprozess versteht. Es handelt sich um eine strukturierte Vorgehensweise, die dabei hilft, Ablenkung, Fremdsteuerung und Verzettelung zu reduzieren. Ziel ist es, weniger von Zufällen, spontanen Impulsen oder äußeren Einflüssen bestimmt zu werden. Stattdessen soll das eigene Handeln systematisch auf ein positives Ergebnis ausgerichtet werden. Im Kern geht es darum, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Erinnerung und sogar die eigene Gefühlslage aktiv zu steuern.

Besonders relevant ist dieses Konzept für Menschen mit Handlungsspielraum, die wenig direkte Führung erfahren. Dazu zählen vor allem Wissensarbeiter, die überwiegend am Bildschirm arbeiten. Im Gegensatz zur Produktion fehlen ihnen oft klare visuelle Strukturen und Abläufe, weshalb sie selbst für Ordnung und Orientierung sorgen müssen. Genau hier setzt der Selbststeuerungsprozess an.

Ein wichtiger Aspekt ist die Frage, wie man erkennt, ob die eigene Selbststeuerung funktioniert. Laut Jürgen Lauber zeigt sich dies vor allem im Ergebnis und im eigenen Empfinden. Stress, Unsicherheit oder Vergesslichkeit sind klare Hinweise auf Defizite. Umgekehrt zeichnet sich eine gute Selbststeuerung durch Souveränität, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit aus, auch anderen helfen zu können, ohne sich dabei zu überlasten. Dabei geht es nicht darum, sich fremdbestimmen zu lassen, sondern bewusst zu entscheiden, wann und wie man Unterstützung gibt.

Götz Müller greift diesen Punkt auf und bringt die Perspektive von Führung und Zusammenarbeit ein. Eine schlechte Selbststeuerung, etwa in Form von Launenhaftigkeit, wirkt sich negativ auf das Umfeld aus und kann beispielsweise die psychologische Sicherheit im Team beeinträchtigen. Jürgen Lauber betont, dass solches Verhalten kein bewusstes Ziel ist, sondern Ausdruck mangelnder Selbststeuerung. Er sieht darin kein unveränderliches Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein regulierbares Defizit.

Sein Ansatz ist stark durch das Denken in Regelkreisen geprägt. Er betrachtet Selbststeuerung als kontinuierlichen Prozess aus Beobachtung, Bewertung und Anpassung. Dabei spielen äußere Einflüsse eine große Rolle, insbesondere die natürlichen Schwächen des menschlichen Denkens. Menschen sind evolutionsbedingt leicht ablenkbar und neigen dazu, Energie zu sparen, indem sie Planung und Reflexion vermeiden. Gleichzeitig erinnern sie sich stärker an negative Ereignisse als an positive, was zu verzerrten Entscheidungen führen kann.

Um diesen Effekten entgegenzuwirken, empfiehlt Jürgen Lauber feste Zeiten für Selbststeuerung einzuplanen. Besonders wichtig ist eine kurze, bewusste Reflexion am Morgen. Diese sollte mehr als nur wenige Minuten umfassen, aber dennoch praktikabel bleiben. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Rückblicke und Vorschauen, die er als zentralen Bestandteil seines Prozesses beschreibt. Dabei geht es darum, Erlebnisse zu dokumentieren, zu strukturieren und daraus gezielt Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Götz Müller zieht Parallelen zu Lean-Prinzipien und bringt das Bild des „Säge Schärfens“ ins Spiel. Jürgen Lauber bestätigt diesen Gedanken und betont, dass bereits fünf bis zehn Minuten täglicher Reflexion einen erheblichen Unterschied machen können. Insgesamt liegt der zeitliche Aufwand bei etwa 40 bis 60 Minuten pro Woche, was im Verhältnis zum Nutzen sehr gering ist.

Kritisch setzt sich Jürgen Lauber mit dem Begriff der Selbstoptimierung auseinander. Für ihn geht es nicht darum, sich im klassischen Sinne zu „optimieren“, sondern darum, das eigene Wohlbefinden und die Wirkung auf andere zu verbessern. Eine gute Selbststeuerung zeigt sich darin, wie man von seinem Umfeld wahrgenommen wird und wie gut man mit Herausforderungen umgehen kann.

Auch mögliche Risiken werden angesprochen. Während eine Übertreibung im täglichen Prozess kaum negative Folgen hat, besteht bei langfristigen Zielen die Gefahr, sich zu verrennen. Hier empfiehlt Jürgen Lauber den Austausch mit vertrauten Personen oder Mentoren, um die eigene Richtung regelmäßig zu hinterfragen.

Abschließend stellt er den Bezug zu Kaizen her. Für ihn ist der Selbststeuerungsprozess eine Übertragung von Lean-Prinzipien auf die Denkarbeit. Begriffe wie Verschwendung lassen sich direkt auf mentale Prozesse anwenden, etwa in Form von Stress, Unsicherheit oder häufigem Kontextwechsel. Der von ihm entwickelte Ansatz kann daher als eine Art „5S für den Kopf“ verstanden werden, das für Klarheit, Struktur und kontinuierliche Verbesserung sorgt.

Zum Ende des Gesprächs verweist Jürgen Lauber auf sein Buch, in dem er seine Methode ausführlich beschreibt und praktische Anleitungen gibt. Sein Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen und ihnen zu helfen, ihren Alltag bewusster und wirksamer zu gestalten.



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