Talk about Lean – mit Mari Furukawa-Caspary

Talk about Lean – mit Mari Furukawa-Caspary

Seit über 18 Jahren arbeitet Mari Furukawa-Caspary als Dolmetscherin mit Beratern wie Hitoshi Takeda oder Shunji Yagyu aus Japan zusammen, die von europäischen Organisationen engagiert werden, um schlanke Produktionssysteme zu implementieren. Im Zuge dieser Tätigkeit hat sie über 1.000 Workshops sowohl im Verwaltungsbereich als auch auf dem Shopfloor direkt in der Produktion sprachlich und kulturell begleitet.

Mari Furukawa-Caspary sieht sich als Vermittlerin der Kulturen und ist neben ihrer Autorentätigkeit (Taschenbuchserie „Lean auf gut Deutsch“) seit über 10 Jahren auch selbst als Trainerin und Beraterin tätig, um den Teilnehmenden das Funktionsprinzip eines schlanken Systems „auf gut Deutsch“, wie sie selbst ihren Ansatz nennt, zu vermitteln.

30. April 2021 6.360 Credits (53,00 €)

Wir freuen uns sehr, dass wir Mari Furukawa-Caspary für dieses LiveStream-Event gewinnen konnten und wir sind uns sicher, dass dieser Tag ein ganz besonderer für alle Teilnehmenden sein wird. Dies vor dem Hintergrund dass dieser Tag nicht nur insgesamt vier Impulsbeiträge von Mari Furukawa-Caspary beinhalten wird, sondern weil alle Teilnehmenden zu Wort kommen sollen, im Gespräch untereinander und selbstverständlich mit der Impulsgeberin selbst.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass die deutsche Sprache sehr viele eigene umgangssprachliche Wendungen hat, die das, was Lean ausmacht, ausdrücken. Gleichzeitig begegne ich in den letzten Jahren immer mehr deutschen Lean-Experten, die ihr gesamtes Wissen über die amerikanische Literatur bezogen haben, und mir ist aufgefallen, dass dieser angelsächsische Sprachfilter die einfachsten Gedanken völlig verfälscht oder unverständlich macht.

Vor diesem Hintergrund soll dieses LiveStream-Event dazu beitragen und helfen, mit den zahlreichen Fehlinterpretationen durch die Übersetzung(en) im Kontext zu Lean von Japanisch zu Englisch zu Deutsch „aufzuräumen“. Ein Beispiel gefällig? Muda wird im Kontext zu Lean im Deutschen überwiegend als „Verschwendung“ übersetzt. Muda im japanischen Sprachgebrauch ist jedoch eher ein umgangssprachlicher Begriff und steht hier für „sinnlose Mühen“ oder „unnötiger Aufwand“. Auf den ersten Blick mag der Unterschied klein erscheinen, doch sind es diese Nuancen in der Sprache, welche nicht nur im unternehmerischen Kontext zu großen Missverständnissen führen.

Und über folgende „Übersetzungsfehler“ und den daraus resultierenden Missverständnissen könnt ihr Euch mit Mari Furukawa-Caspary „auf gut Deutsch“ austauschen. Die einzelnen Programmpunkte findet ihr in unserer Programmübersicht.

Programmübersicht

10:00 Uhr                     Eröffnung
10:15 Uhr Warum man aufhören muss, Verschwendung zu eliminieren, wenn man Lean werden will.
Wer von „Lean“ spricht, weiß, dass „to eliminate waste“ zum Kernkonzept gehört. Wer aber denkt, dass „waste“ mit „Verschwendung“ korrekt übersetzt ist, der irrt. Der Ursprungsbegriff auf Japanisch heißt Muda, und dieser bedeutet „verlorene Liebesmüh“, „unsinniger Aufwand“, „sinnlose Bemühungen“, „etwas, was für die Katz‘“ ist. Verschwendung heißt auf Japanisch nicht Muda, sondern Rohi, und ist etwas ganz anderes.
11:15 Uhr Warum es falsch ist, Kaizen mit kontinuierlicher Verbesserung zu übersetzen.
Kaizen wird häufig mit Continuous Improvement oder Kontinuierliche Verbesserung übersetzt. Diese Übersetzung kommt ursprünglich von einem Beratungsunternehmen, dass das japanische Wort für Kaizen in Großbuchstaben schrieb und dann auch markenrechtlich schützen ließ, bevor „lean“ in aller Munde war. Die kontinuierliche Verbesserung wurde zu KVP und ließ sich gut in vorhandene betriebliche Vorschlagswesen integrieren. Was bei der Betonung der Kontinuität verloren gegangen ist, ist die exakte ursprüngliche Wortbedeutung von Kaizen. Was kontinuierlich sein soll, ist nicht die Verbesserung des Objekts. Es geht um das permanente Hinterfragen der eigenen Annahmen, das hier gefordert wird.
12:15 Uhr Pause
13:00 Uhr Versteht jemand "Autonomation"? Ich nicht. Worum es bei Jidoka wirklich geht.
Wer das sogenannte „Lean-Haus“ oder „TPM-Haus“ kennt, weiß sicher, dass es zwei Säulen hat. Die linke Säule ist das Just-in-Time, die rechte Säule das Jidoka. Ursprünglich ein Wortspiel von Taiichi Ohno hat der krampfhafte Versuch das Wort ohne Kenntnis des Ursprungskonzepts natürlich dazu geführt, dass das Wort Autonomation mehr vernebelt als verdeutlicht. Das muss man grundsätzlich einmal klären.
14:00 Uhr Standards sind nicht dazu da, um die Effizienz eines Unternehmens zu erhöhen.
Immer wieder hört man die Geschichte, dass im Lean Standards deshalb nötig seien, damit die Mitarbeiter nicht jedes Mal darüber nachdenken müssten, wie etwas zu tun sei. Oder aber gute Standards dazu da seien, um effiziente Prozesse zu ermöglichen. Wer aber glaubt, dass dies das Ziel ist und nicht nur ein sehr schöner Nebeneffekt, der ist immer noch im tayloristischen Organisationsbild hängengeblieben und hat nicht verstanden, wozu die Standards im „Lean“ überhaupt da sind und welche Rolle sie in der wissensanreichernden Organisation (Knowledge Creating Company) spielen.
15:00 Uhr Abschlussrunde - Fazit
15:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Ticket sichern! Für alle die noch nicht auf der LeanBase registriert sind und sich zu dieser Conference anmelden möchten, haben wir hier ein entsprechendes Anmeldeformular.